Batman vs. Superman

Ich fand den Film scheiße. Viele Loben den Film, weil die Figur des Batman angeblich recht nah an der Comic-Vorlage ist. Das ist mir pers. aber recht egal, denn den Batman, den wir in diesem Film gesehen haben ist nicht der Batman, den wir kennen und lieben gelernt haben. In diesem Film war er ein rachsüchtiger Dude, der auch über Leichen von Unschuldigen ging. Figuren entwickeln sich im Laufe der Zeit und Batman hat sich in den letzten Jahren massiv entwickelt. Von einem relativ unbeholfenen Möchtegernhelden hin zu einem wirklichen Helden mit Idealen. Und diese Ideale sind: Töte nicht. Ich mein, Batman hat sogar den Joker verschont, obwohl er jeden Grund hatte ihn zu Töten. Batman tötet nicht. Meiner Meinung nach war der Film ein Rückschritt in der Figurenentwicklung von Batman (und eigentlich auch von Superman).

Außerdem finde ich es dämlich, dass die beiden BFFs werden, nur weil ihre Mütter gleich heissen.

Von Killerspielen und Amokläufern

Seit dem … Verbrechen (ich weiß nicht, ob es ein Amoklauf oder Naziterror ist, ist aber auch nicht das Thema) in München ist die Killerspieldebatte mal wieder hochgekocht. Politiker*Innen meinen, dass die Schuld des Amoklaufes bei Egoshootern zu suchen ist, während die Gamergemeinde meint, dass das Blödsinn ist. Beides ist falsch.

Seit mehr als zehn Jahren hat sich in der Diskussion nichts bewegt. Nicht, weil die Politik das nicht wollte, sondern weil wir Spieler*Innen in den letzten Jahren versagt haben eine Lobby zu gründen, welche sich genau mit den Themen rund um das Gaming beschäftigt. Es müssen Fragen gestellt und beantwortet werden, zum Beispiel, wie das mit den Verträgen von professionellen eSport-Athlet*Innen aussieht, wie wir einen sinnvollen Jugendschutz etablieren können, wie wir Eigenkompetenzen beibringen, um Spiele verstehen zu können und eben auch, welche psychischen Auswirkungen das Spielen auf Menschen hat.

Dabei ist die Diskussion stecken geblieben, weil ständig das Argument gebracht wird, dass es ja auch exzessive Gewaltdarstellungen im Fernsehen gibt – seien es einfache Nachrichten oder Horror-Splatter-Filme, wie SAW. Das ist zwar richtig, aber die eigentliche Fragestellung muss anders lauten: In wie weit beeinflussen Gewaltdarstellungen in Zeiten des Instant-Medienkonsumes die Psyche jugendlicher und erwachsener Menschen?

Ich selbst kann diese Frage nicht beantworten, weil ich mir nicht anmaße die menschliche Psyche zu verstehen. Es ist schon schwierig genug die Auswirkungen auf sich selbst zu beobachten, zu analysieren und einzuordnen. Für mich ist letztendlich klar: Ja, Computerspiele haben einen Einfluss auf unsere Psyche – egal ob positiv oder negativ. Sie sind definitiv da. Profis müssen das untersuchen. Und wir Spieler*Innen brauchen eine Lobby, damit Politiker*Innen die Chance haben verstehen zu können, um was es eigentlich geht.

Immerhin gründet sich gerade langsam aber sicher eine eSport-Lobby in Deutschland, Europa und der Welt. Wir haben aber noch einen weiten Weg vor uns.

Psychiatrie: Tag 1114

Nach meiner gestrigen Therapie habe ich die Hausaufgabe von meiner Therapeutin bekommen, dass ich versuchen soll meine Probleme zu kategorisieren um so einen gewissen Grad an Ordnung in mein Leben zu bekommen. Auch wenn mir jetzt diese Probleme sehr mächtig vorkommen, soll ich mir aus jedem Problem ein paar Kleinigkeiten suchen und diese weiter analysieren – sozusagen einen Realitätscheck ausführen, wie ich es bei den Paniken gemacht habe. Mein Hauptproblem ist ein massiver Minderwertigkeitskomplex. Das ist mir jetzt schon klar.

Arbeit

Wie im letzten Post angesprochen macht mich meine Arbeit zu schaffen. Also machte. Aber irgendwie noch immer. Angefangen hat das im Dezember 2015, glaube ich. In dem Monat habe ich mich entschlossen einen neuen Job zu suchen. Dafür gab es viele verschiedene Gründe, die ich hier jetzt nicht ausführen möchte.

Also erstellte ich eine Bewerbung, als Website, weil mir nichts anderes eingefallen ist. Ich schrieb über mich und meine Referenzen, packt noch ein paar andere Sachen bei, wie zum Beispiel meine Musik oder meinen Youtube-Kanal, und schickte die Bewerbung an einige Firmen ab.

Wenn ich etwas kann, dann ist es Webentwicklung. Das mache ich seit vielleicht 20 Jahren (ja, mit 10 hatte ich meine erste HTML-Seite erstellt). Entsprechend habe ich mich natürlich auch verkauft. Was kam waren Absagen – eine nach der anderen. Das zerrte an meinem Ego und kratzt mich immer noch.

Letztendlich musste ich wohl also erstmal bei der Firma bleiben, wo ich bisher auch angestellt war. Damit sich aber irgendwas an meiner Situation ändert, musste ich handeln, also redete ich mit meiner Vertrauensperson bei der Firma. Zufälligerweise hat sich genau in dem Moment ergeben, dass wir einen Teil der Firma ausgründen und ich mit meiner Vertrauensperson einen Neuanfang machen kann.

Das ist gut. Das bringt mir Motivation, aber auch unheimlich viele neue Verantwortlichkeiten und neuen Druck. Immerhin muss ich vorerst allein ein Shopsystem am Laufen halten. Dazu kommt auch noch die ganze IT. Ich bin gespannt, aber auch gestresst.

Soziales

Also sagen wir so: Ich habe keine Ahnung, wie das Ding mit der Freundschaft funktioniert. Ich hatte zwar früher welche, aber seit mehreren Jahren ist da überall eher Funktstille. Das ist zwar schade, aber ich hab auch nicht die Kraft den Leuten immer hinterher zu rennen. Klar, das isoliert und es gibt nur wenige Herzmenschen in meinem Leben, denen ich voll und ganz Vertraue. Fernab vom engeren Kreis meiner Familie (Ja, Prinzessin, du gehörst dazu :P) sind das genau zwei Personen.

Eine dieser beiden Personen habe ich erst vor kurzem kennen gelernt. Und ich mag diese Person in dieser kurzen Zeit schon sehr gern. Ich habe aber überhaupt keine Ahnung, was ich tun soll. Also, wie agiere ich, wann schreibe ich, wann nerve ich, wann bin ich überflüssig, wann wird von mir zu viel erwartet, wann dränge ich mich zu sehr auf. Ich weiß es nicht.

Dazu kommt, dass ich Angst habe, dass ich meine Ehe durch diese Freundschaft vernachlässige. Und ich weiß auch schon, warum ich davor Angst habe: Ich möchte nicht, dass aus den platonischen Gefühlen für diese Person romantische werden. Das Problem ist, dass ich die aktuell empfindende in eine gewisse Euphorie für diese sich anbahnende (oder schon feste?) Freundschaft. Und diese Euphorie fühlt sich wie Verknalltheit an (ich hab keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll). Ich weiß, dass ich nicht verknallt bin, aber diese Gefühle machen mich irgendwie fertig, weil ich die überhaupt nicht kategorisieren kann (das klingt selbst für mich verwirrend; und irgendwie hört sich das alles dramatischer an, als es eigentlich ist).

Selbstidentifikation

Ich habe ja schonmal das mit den „Frauenkleidern“ beschrieben. Also das hat sich auch irgendwie gefestigt. Aber ich bin mir immer noch maximal unsicher bei der ganzen Sache. Ich weiß, dass ich bei allem die Unterstützung meiner Frau habe, aber so richtig ist es mir selbst nicht klar, ob ich mich damit wohl fühle. Also nicht wegen mir selbst, sondern eher wegen der Außenwelt. Ich mein, ich fühle mich extrem wohl, wenn ich so Sachen an habe, aber raus trauen – niemals. Vielleicht jetzt zum WGT. Ich bin da extrem ängstlich.

Hauptsächlich bin ich ängstlich, weil ich mich fett fühle. Dafür machen wir aber gerade Diät, die mich aber auch fertig macht. Wahrscheinlich, weil wir einen kompletten kalten Entzug gemacht haben. Das war wohl doof. Das hat auch meine Therapeutin gesagt. Man sollte sich immer so Kleinigkeiten für die Seele aufheben.

Naja, und dann halt mein Gesicht. Das ist nunmal dummerweise recht männlich. Aber durch Make-Up kann man da viel machen. Nur muss ich irgendwann mal anfangen das alles zu lernen. Das ist ja alles eine Kunst für sich. Aber dann fühle ich mich wieder total unbeholfen und dämlich.

Psychiatrie: Tag 1110

Es ist viel zu lange her, dass ich über meine Depressionen und Panikattacken geschrieben habe. Vor allem, weil es mir im Moment sehr schlecht geht und ich es mir schuldig bin mich endlich wieder mit den Krankheiten zu befassen. Aber vielleicht wäre ein Update seit dem letzten Mal sinnvoll. Immerhin ist das schon mehr als ein Jahr her, dass ich dazu etwas ausführlich geschildert habe. Ich weiß, dass ich das nicht tun muss, aber ich will es. Vielleicht hilft es anderen – vielleicht sogar mir.

Nun, ich hatte meine erste Therapie hauptsächlich wegen den Panikattacken angefangen. Die Hypochondrie in Verbindung mit körperlichen Triggern und Overthinking hat mich regelmäßig zu Panikattacken getrieben. Das ging irgendwann soweit, dass ich nicht mehr wirklich raus gehen wollte, weil ich Angst vor der Angst hatte. Ich mied Menschenmassen, Menschen überhaupt und verkroch mich immer mehr. Dazu kamen dann leichte bis mittlere depressive Episoden – ausgelöst durch die Paniken.

In meiner Therapie habe ich das kognitive Verhaltenstraining kennengelernt und ich muss sagen, dass durch dieses Training die Angstattacken fast vollständig weg gegangen sind. Klar, es gibt immer noch kurze Trigger, die das Adrenalin los kicken, aber sobald ich das Gelernte einsetze, ist alles wieder okay. Und das innerhalb von ein paar Minuten. Genau das hat mich dann auch durch die Depression gebracht und konnte sagen, dass ich ein paar echt gute Monate hatte.

Kognitives Training ist eigentlich einfach erklärt: Realitätscheck. Nehmen wir an, du hast den Trigger „Stechen in der Brust“. Der erste Gedanke, den ich da normalerweise hatte war natürlich der Herzinfarkt. Durch eine ärztliche Untersuchung wurde aber festgestellt, dass mein Herz und meine Lungen vollkommen gesund sind. Das kleine Stechen sind die Muskeln am Brustpanzer. In jedem Fall habe ich nach so einem Trigger Overthinking betrieben, das heisst, ich habe mir vorgestellt, wie der Schmerz in den linken Arm wandert, ich kurzatmig werde und alle Symptome von einem Herzinfarkt „habe“. Das krasse ist: Allein durch Einbildung können Symptome wirklich auftreten. Dann kam die Hyperventilation und der Krankenwagen. Tja. So habe ich einige Abende verbracht.

Ganz am Anfang hat mir noch das Medikament Promethazin geholfen, um mich ein bisschen runter zu bringen. Das kognitive Training hat mir aber langfristig geholfen. Bei jedem körperlichen Trigger gehe ich nun meine Checklisten durch (mittlerweile auch nicht mehr wirklich, weil die Trigger echt harmlos geworden sind. Haha! Nimm das Angst!). Die Checklisten waren im Grunde ganz einfache rationale Aufschlüsselungen, warum ich gerade keinen Herzinfarkt oder keine Lungenembolie habe. Diese Liste habe ich aber zusammen mit meiner Therapeutin erstellt, damit die genau auf mich geeicht ist.

Nun, die Paniken gingen, die kleine Depression auch und ich konnte mich wieder mehr mit mir, der Welt und vor allem meiner Frau beschäftigen. Ich habe seit dem neue Hobbies entdeckt und alte Hobbies wieder gefunden. Im Moment mache ich ein paar Experimente mit Youtube, spiele wieder viel Musik und schreibe sogar wieder. Das hilft mir alles, hat mich aber auch davon abgelenkt, dass ich meine Gefühlswelt nicht wirklich im Blick hatte. So kam nach und nach eine richtig heftige Depression. So stark, wie ich sie seit Jahren nicht mehr hatte und nicht mehr selbst hinaus komme.

Ich bin mir noch nicht sicher, in wie weit ich Details über meine konkreten Gedanken verraten möchte. Vielleicht nur so viel zu Anfang: Ich habe massive Minderwertigkeitskomplexe mit einem ausgeprägten Helfersyndrom. Diese Minderwertigkeitskomplexe gehen so weit, dass ich so gut wie gar nichts mehr gebacken bekomme und mir sogar einrede, dass die Welt und die Menschen ohne mich besser dran wäre. Dass das Blödsinn ist, ist mir auch klar. Diese Gedanken sind trotzdem da. Um dieses Minderwertigkeitsgefühl los zu werden, kompensiere ich das mit aller Macht mit dem Helfersyndrom, ohne dabei auf meine eigene Gefühlswelt zu achten. Außerdem passieren gerade sehr sehr viele Dinge gleichzeitig, die meine Psyche mitnehmen. Es sind zwar auch sehr viele positive Dinge dabei, dennoch belasten einige Sachen meinen Kopf und benötigen meine ganze Kraft.

Tja, seit Dezember habe ich nun wieder schleichend eine Depression bekommen. Seit ca. drei Wochen sogar sehr heftig mit mehrstündigen Heulkrämpfen und allem drum und dran. Blöderweise hatte ich seit Juli letzten Jahres auch keine Therapiestunde mehr. Also muss ich jetzt wieder alles neu beantragen. Meine Therapeutin hat mir aber dabei geholfen, damit ich auch direkt bei ihr bleiben kann. Die Ärztin zu Wechseln wäre für mich nicht zumutbar. Außerdem haben wir in der ersten Sitzung das Wichtigste besprochen – vor allem den Plan, was wir in Zukunft machen werden. Das hilft.

Ich glaube die Details werde ich dann versuchen nach und nach zu erzählen. Für den Anfang muss das hier reichen …

Das blonde Mädchen

Wir spielten gerade Fußball. Es war heiß und die Sonne knallte nur so auf uns ein, als ob sie das letzte Mal scheinen würde und dann für immer die Erde in Dunkelheit hüllen wollte. Ich war total fertig, brauchte eine kurze Pause. Meine Hände waren auf die Knie gestützt. Während ich auf die Erde sah, tropfte mir der Schweiß von der Nase. Mein Kopf hob sich wieder. Ich schaute mich um, zu den Hügel auf der rechten Seite und dann zu dem auf der Linken. Ich erstarrte, konnte nicht glauben, was ich sah. Da stand ein Mädchen, so schön, wie die Tochter Jhoulana, die Göttin der Liebe.

Ich konnte meinen Blick nicht von ihr lösen. Meine Augen weigerten sich von ihr zu trennen, obwohl mein Verstand mit immerzu sagte, dass ich weiter spielen sollte. Sie schaute in meine Richtung. Wie sehr wünschte ich mir, dass sie zu mir schaute. Die Zeit schien stehen zu bleiben. Nichts bewegte sich um mich rum. Ich war in einer anderen Welt, träumte davon mit ihr, mit dem blonden Mädchen alt zu werden.

Sie bewegte ihre Lippen. Es schien, als rufe sie meinen Namen. Die Rufe wurden deutlicher, doch der Ton wurde immer härter. Ich wurde raus gerissen, musste mich trennen von meinem Traum. Es rief mich mein Trainer. Ich schaute zu ihm. Er hatte ein Miene, die nur Trainer haben können. Das ganze Spiel über dachte ich an sie.

Wie sehr wünschte ich mir es, dass ich sie ansprechen könnte, dass ich aus dem Spiel rennen könnte, zu ihr, sie fragen, ob sie mit mir etwas trinken gehen möchte. Ich tat es nicht, ohne zu wissen warum. Am nächsten Tag las ich eine Schlagzeile in der Tageszeitung. Entführt – Vergewaltigt – Erdrosselt lautete sie. Dazu war ein Bild von dem blonden Mädchen.

–Llama (irgendwann in den 0er-Jahren)

Sternengeschichte

Als ich eines Nachts hinaustrat und zum Himmel schaute sah ich Sterne. Das ist nichts ungewöhnliches, denn ich gehe sehr gerne raus und beobachte die Sterne. Doch dieses mal war es anders. Es stand kein Mond am Himmel und das Dorf war lag relativ dunkel im Tal. Da es auch noch ein klarer Winter ohne Schnee war, waren die Bedingungen für eine ausgedehnte Sternenkunde nahezu perfekt für unseren Breitengrad.

Dort die Leier mit Wega – nur 25 Lichtjahre entfernt. Die dürften dort mittlerweile den Fall der Mauer sehen und vielleicht denken die, dass es mit der Menschheit bergauf geht. Okay, oder sie schauen dann GZSZ und denken das Gegenteil. Wer weiß das schon. Da drüben steht Orion am Himmel mit dem riesigen Stern Beteigeuze. Der Stern ist mehr als 600 mal so groß wie unsere Sonne. Er wird wohl schnell sterben, wie es alle roten Superriesen tun. Unsere Sonne wird aber noch überdauern. Und da ist Camelopardalis in der Giraffe – ein Doppelsternsystem welches bald in einem einzigen Stern aufgehen wird.

Es ist wunderschön und so brutal. Ich bin froh auf der Erde zu sein, hier bei unserer ruhigen Sonne. Hinter dem Schutzschild des Mondes und unserer Atmosphäre sind wir vor den größten Gefahren geschützt. Das wird nicht immer so sein, denn unsere Sonne wird in ca. 4,5 Milliarden Jahren explodieren. Eine Supernova. Die gewaltigste und zugleich schönste Explosion in unserem Universum.

Und ich stehe hier auf der Erde, beobachte all die Dinge und wünsche mir, trotz der Sicherheit hier auf der Erde, dass ich die Sterne besuchen kann, dass ich sie durch ein Bullauge meines Raumschiffes sehen kann, dass ich mit ihnen fliegen kann, sie berühren kann.

In dieser Nacht wurde mir bewusst, dass ich das gar nicht muss. Alle Lichtquellen senden Photonen aus, die sich durch den Raum bewegen – mit Lichtgeschwindigkeit. Es ist ja auch Licht. Und diese Photonen durchdringen meine Linse und brennen ein Bild in meine Netzhaut. Und dieses Bild sehe ich. Der Stern berührt mich.

Ich berühre den Stern.

— frei nach Carl Sagan

Gläubige Menschen sollten Wissenschaftler sein

Ich find es ja ziemlich dämlich, dass ein Großteil der gläubigen Gemeinschaft die Wissenschaft nicht nur ignoriert, sondern teilweise auch massiv bekämpft und boykottiert. Dabei müssten doch gerade gläubige Menschen die Wissenschaft unterstützen.

Ich mein, nehmen wir mal an, das, was wir sehen wäre wirklich Gottes (o.ä.) Schöpfung, dann müssen wir einige Fakten akzeptieren. Das Universum (das wir aktuell kennen) ist mehr als 13,7 Mrd. Jahre alt. Das können wir mittlerweile recht schlüssig beweisen. Die Evolution ist keine Theorie, sie ist Tatsache. Unglaublich coole Dinge passieren da draussen.

Okay, nehmen wir an, dass das Gottes Werk ist. Dann sag ich: WOW! Das ist echt cool! Ich möchte mehr davon wissen! Ich möchte mehr davon wissen, verstehen, wie Gott wirkt, damit ich rausfinden kann, was wir besser machen können.

Außerdem … wäre ich Gott, wäre ich wirklich angepisst, wenn meinem Werk keine Beachtung geschenkt wird. Vor allem, wenn es so genial wie das Universum ist.

Psychiatrie: Tag 666

Am Donnerstag, dem 04. Dezember ist es genau 666 Tage her, dass ich meine psychischen Probleme in den Griff bekommen wollte. Der Start war mehr als nur holprig und auch in der ganzen Zeit ging es eher bergab als bergauf. Es kamen Panikattacken, Phobien und krasse depressive Phasen dazu. Seit meinem letzten Eintrag vor 205 Tagen ist eine Menge passiert und mittlerweile kann ich erste wirkliche Erfolge vermelden.

Die Suche nach der Psychologin

Die Suche nach einer professionellen und guten Hilfe war sehr schwer. Trotz der Hilfe meiner Versicherung musste ich viele Hürden nehmen. Die Hilfe bestand darin mich erstmal aufzufangen und mit mir einen kleinen Plan zu machen. Grundsätzlich ging es um die Fragen: Was muss ich als Kassenpatient beachten? Wie bekomme ich eine Kostenerstattung für private Praxen? Was kann und soll ich im Notfall, wenn also eine Panik kommt, machen?

Als erstes habe ich eine Liste von ‚zugelassenen‘ Ärzt*Innen bekommen, welche ohne Umwege über die Kostenerstattung der Krankenkasse agieren dürfen. Diese Liste sollte ich abtelefonieren und notieren, wie viel Wartezeit ich jeweils in Kauf nehmen müsste. Das war schon sehr hart, weil ich ja auch tierischen Schiss vorm Telefonieren entwickelt habe. Und dann muss man am Telefon noch irgendwie seine Probleme in Worte fassen. Das war unglaublich schwer – vor allem aber auch demotivierend, da die ersten Absagen recht schnell gekommen sind. Die Wartezeiten waren auch nicht besser. Ich hatte jetzt Panik. Ich brauchte jetzt Hilfe – nicht erst in drei bis sechs Monaten.

Irre.

Als ich beim nächsten Termin dann meine Liste vorgelegt habe, war für die Notfallpsychologin der Fall klar, dass ich eine Kostenerstattung für die privaten Praxen bekomme. Da habe ich dann eine neue Liste bekommen und sollte weiter abtelefonieren. Das war auch anstrengend, weil es selbst für das Wort „Kostenerstattungsverfahren“ einige Absagen bekommen habe. Letztendlich bin ich dann an eine Psychologin gekommen, die für mich vielversprechend klang. Wir reden hier übrigens von einer Zeitspanne von ca. anderthalb Monaten.

Sozialismus – Einleitung

Ich bezeichne mich selbst als Sozialisten ohne dabei aber zu erklären, was ich eigentlich meine. Zum Sozialismus gibt es über 150 Definitionen. Auch für mich ist nicht zu 100% klar, wie genau  Sozialismus definiert ist. Aber genau darin liegt die eigentliche Stärke des Begriffes. Dieser Artikel soll meine Gedanken zum Sozialismus erklären.

Was ist eigentlich Sozialismus?

Der Sozialismus ist grundsätzlich eine Gesellschaftsform, aufgebaut auf den Werten gemeinnützig, hilfsbereit und barmherzig. Er ist kein politisches Konstrukt und kann daher in jeder möglichen Staatsform existieren – auch in einer Demokratie.

Hinweis: Die DDR war kein sozialistischer Staat. Machteliten steuerten das Kapital und bereicherten sich selbst. Im Grunde war es ein perfider Kapitalismus für wenige ausgewählte Eliten – aber kein Sozialismus.

Einer der Grundwerte für den Sozialismus ist folgender: Eigentum verpflichtet. Die Menschen, die viel haben sollen viel geben, um denen zu helfen die nicht privilegiert sind. Das heisst aber nicht, dass Individualität oder das Eigentum an sich abgeschafft werden soll. Es heisst, dass Verantwortung übernommen wird und das gegeben wird, was gegeben werden kann. Es ist vollkommen okay neuste Technik zu besitzen, es ist auch völlig okay ein Auto zu besitzen oder in einer Wohnung zu wohnen, in welcher man sich wohl fühlt.

Wozu brauche ich 40.000 € im Monat? Wozu brauch ich drei Porsche in meiner Garage? Warum muss ich in einem 600qm Haus zu zweit leben? Wieso brauch ich diese Anlage für den privaten Gebrauch, die 20.000 Euro kostet? Damit Sozialismus funktioniert muss diese Denke aufgebrochen werden: Wir müssen genügsamer werden und nicht immer maßlos übertreiben. Klar wäre es total cool so einen Fuhrpark zu besitzen, aber seien wir ehrlich: Benötigen wir wirklich materielle Dinge, um glücklich zu sein?

Wir sind glücklich, wenn wir mit unseren Lebensumständen zufrieden sind. Diese Umstände können einfach in zwei Bereiche aufgeteilt werden:

  • Privat: Alle Dinge, die mich persönlich betreffen. (Arbeit, Individualität, Familie, materielle Werte, …)
  • Gesellschaftlich: Alle Dinge, die mein Umfeld beeinflussen (Arbeitnehmerrechte, Mindestlohn Nahverkehr, Asylrecht, …)

Dabei hängen große Teile der privaten Zufriedenheit mit der gesellschaftlichen Zufriedenheit zusammen. Gibt es Repressionen im eigenen Umfeld schlägt sich das auf unser Gemüt nieder. Sehen wir Leid und Armut in unserem Umfeld, dann wollen wir dieses Leid beenden und helfen – zumindest denken die meisten Menschen so (hoffentlich).

Eine Gesellschaftsform im Sozialismus hat genau diese Aufgabe: Leid und Armut bekämpfen, Schwache aufnehmen und versorgen, Ungerechtigkeiten auflösen und ein Vorbild für andere Menschen sein. Setzen wir dieses Kredo als individuelle Gedanken und persönlichen Wunsch voraus.

Die Frage ist: Wie sieht das ganze dann eigentlich aus? Es gibt sehr viele Themenbereiche, welche politisch so beeinflusst werden können, dass sie den sozialistischen Werten entsprechen (willkürliche Reihenfolge, alle Themen sind gleich wichtig):

  • Arbeits- und Sozialpolitik
  • Asylrecht
  • Feminismus und Gleichberechtigung
  • Familienrecht
  • Gesundheitspolitik
  • Steuerrecht
  • Finanzregulierung
  • Ökologie und Energie
  • Öffentlicher Personenverkehr

Grundlage für diese zukünftigen Betrachtungen ist das Stichwort Gerechtigkeit – nicht Gleichberechtigung, sondern Gerechtigkeit. Folgende Grafik veranschaulicht den Gedanken perfekt: