Unser Problem ist, dass wir keine Mauer haben, die wir einreißen können

Nennen wir das Kind beim Namen: linke Menschen sind eine Randgruppe. Die Deutschen haben zur letzten Bundestagswahl zu 60% Rechts gewählt. Rassisten wollen die Grenzen zu Europa „schützen“ während tausende Menschen auf der Flucht sterben. Rassisten wollen in Hamburg Refugees zur Fahndung ausschreiben und diffamieren humanitäre Hilfen als Straftat. In Berlin brechen Flüchtlinge zusammen und die rassistische Polizei verbietet Isomatten. In Bremen patrouilliert die Bundeswehr. Merkel verhindert Abgasnormen und die Autolobby schenkt ihrer Partei hunderttausende Euro. Dumme Menschen geben „den Griechen“ die Schuld an ihrer Lage, während wir immer reicher werden. Vermeintlich linke Parteien (SPD und Grüne) koalieren lieber mit Rechten als mit Linken. Idioten diskriminieren andere Menschen wegen irgendeiner Eigenschaft. Widerlich.

Und wir? Wir empören uns auf Twitter. Wir schreiben Blogeinträge, die niemand liest (dieser hier dient als Beispiel). Wir tun nichts dagegen. Nichts. Was sollen wir auch groß tun? Unser Problem ist, dass wir keine Mauer haben, die wir einreißen können. Gegen wen sollen wir auf die Straße gehen? Gegen wen sollen wir unseren zivilen Ungehorsam zeigen? Wer ist unser Feind? Wir haben kein klares Feindbild.

Unser Feind ist nicht greifbar. Unser Feind ist eine große Depression. Und vielleicht kommt der Widerstand erst, wenn dieser ganze Scheiß für jeden greifbar wird – wenn jeder Mensch merkt, was hier los ist. Das kann dauern. Und danach werden sie wie damals sagen: „Aber wir haben doch nichts gewusst.“

Und das ist unsere Schuld.

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