Psychiatrie: Tag 461

Eigentlich kann ich sehr stolz auf mich sein. Seit Mitte März hatte ich keine Panikattacke mehr – also keine heftige, die mehr als 15 Minuten ging. Das finde ich richtig toll und ich habe gehofft, dass ich das nun hinter mir lassen kann. Ich habe gehofft, dass das echt nur eine kurze Phase ist.

Arschlecken.

Tralala.

Letzten Freitag hatte ich Schmerzen im Unterschenkel, die nicht weg gehen wollten. Früher hat mich das nicht gestört. Blöderweise habe ich die Woche zuvor mehrere Artikel über Thrombose gelesen. In diese Gedanken steigerte ich mich natürlich ein und bin voller Angst zu einem Arzt gegangen. Äh, ne. Ich musste einen Notarzt bestellen, weil offenbar am Freitag in Düsseldorf kein Arzt arbeitet. Naja, der Arzt war letztendlich da und hat sich mein Bein angesehen. Der meinte dann, es könnte eine Thrombose sein.

Bähm.

Panikattacke. Diesmal aber wieder eine richtig heftige. Ich bekam Atemnot, konnte nicht mehr klar denken. Der Arzt meinte dann, dass ich eine Lungenembolie haben könnte und mir wurde schwindelig, schummrig und es kribbelte in der rechten Körperhälfte. Das hatte ich noch nie und verfiel deshalb noch mehr in Panik. Also rufte er den Rettungswagen.

Im Krankenhaus angekommen hat sich meine Atmung wieder normalisiert. Mir wurde gesagt, dass alles in Orndung ist und ich eine Panikattacke habe. Mir wurde Blut abgenommen und meine Schmerzen wurden untersucht. Letztendlich hatte ich nur eine heftige Muskelzerrung.

Das Problem ist, dass ich seitdem extrem unter Anspannung stehe. Jede kleine Kontraktion, jeder kleine Schmerz, jedes kleine Ziehen könnte irgendwas sein. Zumindest denke ich das und mein Gehirn fährt natürlich die Gegenmaßnahmen hoch, damit es die Symptome bekämpft, was sie verstärkt, was natürlich die Angst verstärkt und schnell zur Panik werden lässt. Ein Teufelskreis.

Also bin ich wieder zur Ärztin, habe ihr alles erzählt und sie meinte dann, dass ich sehr wahrscheinlich ein Hypochondra bin und wohl das Münchhausen-Syndrom habe (letzteres glaube ich eher weniger). Rein physisch ist mit meinem Körper alles in Ordnung. Das hilft und beruhigt. Ich merke trotzdem diese Anspannung in mir. Das macht mich schon ein bisschen fertig.

Morgen, also Mittwoch, habe ich einen Termin bei einem Psychologen bekommen. Meine Versicherung hat hier in Düsseldorf Möglichkeiten geschaffen recht schnell ein Grundlagengespräch zu bekommen. Ich bin echt froh darüber und bin auch gespannt, was da raus kommt. Hoffentlich lerne ich bald Techniken, wie ich mit den Paniken umgehen kann und wie ich die Angst weg bekomme.

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