Sozialismus – Einleitung

Ich bezeichne mich selbst als Sozialisten ohne dabei aber zu erklären, was ich eigentlich meine. Zum Sozialismus gibt es über 150 Definitionen. Auch für mich ist nicht zu 100% klar, wie genau  Sozialismus definiert ist. Aber genau darin liegt die eigentliche Stärke des Begriffes. Dieser Artikel soll meine Gedanken zum Sozialismus erklären.

Was ist eigentlich Sozialismus?

Der Sozialismus ist grundsätzlich eine Gesellschaftsform, aufgebaut auf den Werten gemeinnützig, hilfsbereit und barmherzig. Er ist kein politisches Konstrukt und kann daher in jeder möglichen Staatsform existieren – auch in einer Demokratie.

Hinweis: Die DDR war kein sozialistischer Staat. Machteliten steuerten das Kapital und bereicherten sich selbst. Im Grunde war es ein perfider Kapitalismus für wenige ausgewählte Eliten – aber kein Sozialismus.

Einer der Grundwerte für den Sozialismus ist folgender: Eigentum verpflichtet. Die Menschen, die viel haben sollen viel geben, um denen zu helfen die nicht privilegiert sind. Das heisst aber nicht, dass Individualität oder das Eigentum an sich abgeschafft werden soll. Es heisst, dass Verantwortung übernommen wird und das gegeben wird, was gegeben werden kann. Es ist vollkommen okay neuste Technik zu besitzen, es ist auch völlig okay ein Auto zu besitzen oder in einer Wohnung zu wohnen, in welcher man sich wohl fühlt.

Wozu brauche ich 40.000 € im Monat? Wozu brauch ich drei Porsche in meiner Garage? Warum muss ich in einem 600qm Haus zu zweit leben? Wieso brauch ich diese Anlage für den privaten Gebrauch, die 20.000 Euro kostet? Damit Sozialismus funktioniert muss diese Denke aufgebrochen werden: Wir müssen genügsamer werden und nicht immer maßlos übertreiben. Klar wäre es total cool so einen Fuhrpark zu besitzen, aber seien wir ehrlich: Benötigen wir wirklich materielle Dinge, um glücklich zu sein?

Wir sind glücklich, wenn wir mit unseren Lebensumständen zufrieden sind. Diese Umstände können einfach in zwei Bereiche aufgeteilt werden:

  • Privat: Alle Dinge, die mich persönlich betreffen. (Arbeit, Individualität, Familie, materielle Werte, …)
  • Gesellschaftlich: Alle Dinge, die mein Umfeld beeinflussen (Arbeitnehmerrechte, Mindestlohn Nahverkehr, Asylrecht, …)

Dabei hängen große Teile der privaten Zufriedenheit mit der gesellschaftlichen Zufriedenheit zusammen. Gibt es Repressionen im eigenen Umfeld schlägt sich das auf unser Gemüt nieder. Sehen wir Leid und Armut in unserem Umfeld, dann wollen wir dieses Leid beenden und helfen – zumindest denken die meisten Menschen so (hoffentlich).

Eine Gesellschaftsform im Sozialismus hat genau diese Aufgabe: Leid und Armut bekämpfen, Schwache aufnehmen und versorgen, Ungerechtigkeiten auflösen und ein Vorbild für andere Menschen sein. Setzen wir dieses Kredo als individuelle Gedanken und persönlichen Wunsch voraus.

Die Frage ist: Wie sieht das ganze dann eigentlich aus? Es gibt sehr viele Themenbereiche, welche politisch so beeinflusst werden können, dass sie den sozialistischen Werten entsprechen (willkürliche Reihenfolge, alle Themen sind gleich wichtig):

  • Arbeits- und Sozialpolitik
  • Asylrecht
  • Feminismus und Gleichberechtigung
  • Familienrecht
  • Gesundheitspolitik
  • Steuerrecht
  • Finanzregulierung
  • Ökologie und Energie
  • Öffentlicher Personenverkehr

Grundlage für diese zukünftigen Betrachtungen ist das Stichwort Gerechtigkeit – nicht Gleichberechtigung, sondern Gerechtigkeit. Folgende Grafik veranschaulicht den Gedanken perfekt:

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Ein Kommentar zu “Sozialismus – Einleitung

  1. Ich bin der Auffassung, der Kernunterschied bei diesen Fragen ist immer das Verhältnis vom Mensch zur Arbeit.

    Wie sieht es denn jetzt in den Kernfragen aus? Warum arbeiten wir? Was arbeiten wir? Für wen arbeiten wird?
    Jetzt? Um zu überleben. Was auch immer es zu arbeiten gibt. Für sich selbst.

    Je weiter man nach links schaut, in eine klassenlose Gesellschaft zum Beispiel, desto unterschiedlicher sieht das aus.
    Einsicht in die Notwendigkeit der eigenen Arbeit zum Erhalt der Gesellschaft. Womit wir der Gesellschaft am meisten nützen. Für die Gesellschaft und zur Verbesserung der eigenen Fähigkeiten.

    Der Sozialismus ist da etwas in der Mitte. Nehmen wir den real existierenden Sozialismus (zweifelsohne kein echter, wie du ja sagst):
    Weil man muss. Irgendwas. Keine Ahnung.

    Ich denke, alle deine genannten Probleme lösen sich von allein, wenn die Zielstellung sowieso eine Verbesserung der gesamten Gesellschaft und nicht die Verbesserung des eigenen Lebensstils (und global angewandt damit die Verdichtung des Kapitals) ist.

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