Von Killerspielen und Amokläufern

Seit dem … Verbrechen (ich weiß nicht, ob es ein Amoklauf oder Naziterror ist, ist aber auch nicht das Thema) in München ist die Killerspieldebatte mal wieder hochgekocht. Politiker*Innen meinen, dass die Schuld des Amoklaufes bei Egoshootern zu suchen ist, während die Gamergemeinde meint, dass das Blödsinn ist. Beides ist falsch.

Seit mehr als zehn Jahren hat sich in der Diskussion nichts bewegt. Nicht, weil die Politik das nicht wollte, sondern weil wir Spieler*Innen in den letzten Jahren versagt haben eine Lobby zu gründen, welche sich genau mit den Themen rund um das Gaming beschäftigt. Es müssen Fragen gestellt und beantwortet werden, zum Beispiel, wie das mit den Verträgen von professionellen eSport-Athlet*Innen aussieht, wie wir einen sinnvollen Jugendschutz etablieren können, wie wir Eigenkompetenzen beibringen, um Spiele verstehen zu können und eben auch, welche psychischen Auswirkungen das Spielen auf Menschen hat.

Dabei ist die Diskussion stecken geblieben, weil ständig das Argument gebracht wird, dass es ja auch exzessive Gewaltdarstellungen im Fernsehen gibt – seien es einfache Nachrichten oder Horror-Splatter-Filme, wie SAW. Das ist zwar richtig, aber die eigentliche Fragestellung muss anders lauten: In wie weit beeinflussen Gewaltdarstellungen in Zeiten des Instant-Medienkonsumes die Psyche jugendlicher und erwachsener Menschen?

Ich selbst kann diese Frage nicht beantworten, weil ich mir nicht anmaße die menschliche Psyche zu verstehen. Es ist schon schwierig genug die Auswirkungen auf sich selbst zu beobachten, zu analysieren und einzuordnen. Für mich ist letztendlich klar: Ja, Computerspiele haben einen Einfluss auf unsere Psyche – egal ob positiv oder negativ. Sie sind definitiv da. Profis müssen das untersuchen. Und wir Spieler*Innen brauchen eine Lobby, damit Politiker*Innen die Chance haben verstehen zu können, um was es eigentlich geht.

Immerhin gründet sich gerade langsam aber sicher eine eSport-Lobby in Deutschland, Europa und der Welt. Wir haben aber noch einen weiten Weg vor uns.

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Ein Kommentar zu “Von Killerspielen und Amokläufern

  1. Super Artikel und ich sehe die ganze Sache ziemlich genau wie du.
    Würde mich freuen, wenn du mal bei mir vorbeischaust und einfach mal Feedback da lässt 😄

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