#WCRetreat 2018 – Recap

Ein paar von euch haben es vielleicht mitbekommen, dass ich dieses Jahr beim WordCamp Retreat 2018 in Soltau dabei war. Für mich war dieses Camp das zweite seit meinem Wiedereinstieg in die Community. Vor etwa 2,5 Jahren habe ich mich zurück gezogen. Ich hatte einfach zu viel gemacht: Community, Plugins, Themes, Core, Meetups, Camps und und und. Seit dem hatte ich nicht mehr wirklich was mit der Community zu tun, sondern war einfach Nutznießerin von WordPress.

Letztes Jahr wollte ich jedoch mit einem wichtigen Thema wieder Platz in der Community finden – Mental Health. Dieser ganze Themenkomplex rund um seelische Gesundheit, Burnout, Depressionen ist für mich aus persönlichen Gründen recht wichtig geworden und ich möchte (fernab von Esoterik) die Community sensibilisieren. Deshalb hatte ich zusammen mit Birgit in Köln 2017 das Thema Mental Health platziert und die Community hat es dankend angekommen – so sehr, dass wir uns entschlossen haben dieses Thema 2018 in Soltau wieder aufzugreifen. Dazu aber an anderer Stelle (und später) mehr.

Nun, dieses Camp war für mich das erste Camp seit meinem Outing als trans Frau. Und weil ich nicht still sitzen kann, während andere arbeiten, hatte ich mich auch noch als Volunteer beworben. Eingesetzt wurde ich dann am Empfang am ersten Tag, sodass alle Besucher*Innen direkt mit mir konfrontiert werden. Anfangs war ich extrem ängstlich, ob das alles so eine gute Idee ist. Aber die Orga (insbesondere Carole) hat mir immer den Rücken gestärkt, sodass die Angst mehr und mehr wich. Vielleicht ist es sogar ganz gut, dass ich das so mache, damit ich vielleicht anderen trans Menschen zeige: Hey, uns gibt es auch, wir sind valide, wir tun Dinge, wir sind überall und wir sind füreinander da.

Und genau das ist auch mein Fazit vom Retreat: Wir sind füreinander da. Ich hatte selten so ein gutes Gefühl von Zusammenhalt und Inklusion innerhalb einer Community, wie auf dem Retreat. Als Mitglied des Awareness-Team kann ich das auch in Zahlen ausdrücken: Wir hatten bis auf eine Sache nichts zu tun. Es hielten sich alle an den Code Of Conduct.

Letztendlich war ich auf keiner Session oder Workshop bei diesem Camp. Grundsätzlich liegt das eher daran, dass ich zum einen durch die Volunteer-Geschichte entweder keine Zeit hatte, oder durch meinen eigenen Workshop (Jamsession und Mental Health) doch anders eingespannt gewesen bin. Das ist mir aber auch nicht wirklich wichtig, denn durch das großartige Team um WordPress.tv kann ich die meisten Sachen online nachsehen. Viel wichtiger für mich waren die Vernetzungen innerhalb der Community auf menschlicher und auf fachlicher Ebene.

So gab es Unterhaltungen zu Sprachen (keine Coding-Sprachen, diese Sachen, die man halt spricht), philosophische Gespräche über das Universum und fachliche Diskussionen über Gutenberg und Automatisierung. Und genau darum ging es grundsätzlich beim Retreat – Vernetzung, beisammen sein und das fernab vom WordPress-Kontext.

Für mich lief es also sehr gut: Wir trans Menschen sind sichtbar, wir sind in der Community nicht nur akzeptiert, sondern auch mehr als willkommen, die Arbeit mit der Community macht mir wieder Spass und ich habe dadurch neue Kraft und Lust gewonnen, mein mir wichtiges Thema zu platzieren. Ich muss nur aufpassen, dass ich nicht wieder zu viel mache.

Was bleibt zu sagen? Danke. Danke an die Orga, danke an die Volunteers, danke an die Speakerinnen, danke an die Teilnehmenden, danke an das großartige Hotel (fick ja, war das gut da!) und natürlich deren Personal. Mir hat es an nichts gefehlt und selbst nachdem sie meinen Ausweis gesehen haben (weil wegen Bürokratie), haben sie mich nicht misgendered. Ich werde beim nächsten Retreat auf jeden Fall wieder dabei sein.

Ansonsten steht ja das Camp in Würzburg an bei dem ich aus zeitlichen Gründen leider nicht dabei sein kann. Ich würde mich aber freuen, wenn ihr das Thema Mental Health wieder auf die Agenda setzt. Mein nächstes WordCamp wird dann in Nijmegen sein, bei dem ich hoffentlich als Speakerin akzeptiert werde. Schauen wir mal.

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5 Kommentare zu “#WCRetreat 2018 – Recap

  1. Super, dass du dich von deiner Angst nicht hast zurückhalten lassen. Du warst eine wertvolle Bereicherung für das Camp. 🤗

  2. Schön das du bei uns in Soltau warst. Danke das du uns in Soltau geholfen hast.
    Willkommen zurück in der Community.
    Und schade, das du es nicht zu uns nach Würzburg schaffst.
    Ich wünsche dir von ganzen Herzen all die Kraft, die du benötigst.

  3. Hey Laura … ich bin seit Jahren so geflashed von der WordPress-Community. Keine andere Gruppe habe ich so offen, freundlich, so hilfsbereit.
    Das Retreat zu organisieren war ein großer Wunsch – und alle haben es genossen.

    Du warst da bunte I-Tüpfelchen an diesem tollen Wochenende … take care!

  4. Pingback: WordPress Retreat 2018 - Utopian-Reflections

  5. Pingback: WordPress Retreat 2018 (english) - Utopian-Reflections

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