Thomas? Laura? Llama?

Okay. Ich bin noch lange nicht am Ende meiner geschlechtlichen Selbstidentifikation. Immerhin weiß ich schonmal, dass ich nicht Cis-Gender bin. Blöderweise weiß ich nun aber auch nicht, ob ich Transgender bin. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr merke ich, dass ich offenbar sowohl männlich, als auch weiblich bin.

Jedoch verschwimmt das immer wieder, weil dieses Gefühl „Heute bin ich männlich,“ oder „Heute bin ich weiblich“ relativ selten klar ist – vor allem nicht persistent. Die meiste Zeit über fühle ich aber ohne wirkliche Geschlechtszugehörigkeit – wobei mir da aber mein Basis-Geschlecht (männlich) tierisch auf den Sack geht.

Thomas. Das bin ich – mein männliches ich.

Laura. Das bin ich auch – mein weibliches ich.

Llama. Das bin ich überhaupt – meine eigentliche geschlechtslose Selbstidentifikation.

Wir alle mögen die gleichen Dinge, lieben die gleichen Menschen und sind im Grunde gleich – nur, dass wir unterschiedliche Geschlechter haben – wobei meistens letzteres überwiegt. Vielleicht bin ich also Demi-Gender-Fluid, oder wie man auch immer das nennen kann.

Zurück zum Basisgeschlecht: Das Problem ist, dass ich mich mit meinen angeborenen männlichen Geschlechtsorganen nicht wohl fühle. Wahrscheinlich ist auch, dass ich vielleicht gar keine weiblichen Geschlechtsorgane (die untenrum, Brüste wären schon cool) haben möchte – bzw. wäre es Spekulation, ob ich mich damit dann wohler fühlen würde. Immerhin ist das gefühlte Geschlecht unabhängig dem Krams, was zwischen den Beinen ist.

Tja. Was ich mit den Gedanken anfangen soll, weiß ich selbst noch nicht. Was mich daran fertig macht ist eher, dass ich mir selbst auferlege, dass ich mich festlegen muss. Was bescheuert ist. Es gibt ja genügend Beispiele für Genderfluidität oder Agender-Menschen. Vielleicht ist dieser innere Druck auch der gesellschaftliche Zwang alles irgendwie in Schubladen zu pressen – selbst in der LGBT-Community gibt es gegenüber genderqueeren Menschen vorbehalte.

Das macht alles noch ein bisschen komplizierter. Für mich selbst ist es einfach schwierig zu sagen, ob ich jetzt α oder ω bin. Wahrscheinlich ist, ich bin beides gleichzeitig und dann wieder doch nicht.

Euch mag das verwirren, aber fragt mich mal ;)

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Von Killerspielen und Amokläufern

Seit dem … Verbrechen (ich weiß nicht, ob es ein Amoklauf oder Naziterror ist, ist aber auch nicht das Thema) in München ist die Killerspieldebatte mal wieder hochgekocht. Politiker*Innen meinen, dass die Schuld des Amoklaufes bei Egoshootern zu suchen ist, während die Gamergemeinde meint, dass das Blödsinn ist. Beides ist falsch.

Seit mehr als zehn Jahren hat sich in der Diskussion nichts bewegt. Nicht, weil die Politik das nicht wollte, sondern weil wir Spieler*Innen in den letzten Jahren versagt haben eine Lobby zu gründen, welche sich genau mit den Themen rund um das Gaming beschäftigt. Es müssen Fragen gestellt und beantwortet werden, zum Beispiel, wie das mit den Verträgen von professionellen eSport-Athlet*Innen aussieht, wie wir einen sinnvollen Jugendschutz etablieren können, wie wir Eigenkompetenzen beibringen, um Spiele verstehen zu können und eben auch, welche psychischen Auswirkungen das Spielen auf Menschen hat.

Dabei ist die Diskussion stecken geblieben, weil ständig das Argument gebracht wird, dass es ja auch exzessive Gewaltdarstellungen im Fernsehen gibt – seien es einfache Nachrichten oder Horror-Splatter-Filme, wie SAW. Das ist zwar richtig, aber die eigentliche Fragestellung muss anders lauten: In wie weit beeinflussen Gewaltdarstellungen in Zeiten des Instant-Medienkonsumes die Psyche jugendlicher und erwachsener Menschen?

Ich selbst kann diese Frage nicht beantworten, weil ich mir nicht anmaße die menschliche Psyche zu verstehen. Es ist schon schwierig genug die Auswirkungen auf sich selbst zu beobachten, zu analysieren und einzuordnen. Für mich ist letztendlich klar: Ja, Computerspiele haben einen Einfluss auf unsere Psyche – egal ob positiv oder negativ. Sie sind definitiv da. Profis müssen das untersuchen. Und wir Spieler*Innen brauchen eine Lobby, damit Politiker*Innen die Chance haben verstehen zu können, um was es eigentlich geht.

Immerhin gründet sich gerade langsam aber sicher eine eSport-Lobby in Deutschland, Europa und der Welt. Wir haben aber noch einen weiten Weg vor uns.

Gläubige Menschen sollten Wissenschaftler sein

Ich find es ja ziemlich dämlich, dass ein Großteil der gläubigen Gemeinschaft die Wissenschaft nicht nur ignoriert, sondern teilweise auch massiv bekämpft und boykottiert. Dabei müssten doch gerade gläubige Menschen die Wissenschaft unterstützen.

Ich mein, nehmen wir mal an, das, was wir sehen wäre wirklich Gottes (o.ä.) Schöpfung, dann müssen wir einige Fakten akzeptieren. Das Universum (das wir aktuell kennen) ist mehr als 13,7 Mrd. Jahre alt. Das können wir mittlerweile recht schlüssig beweisen. Die Evolution ist keine Theorie, sie ist Tatsache. Unglaublich coole Dinge passieren da draussen.

Okay, nehmen wir an, dass das Gottes Werk ist. Dann sag ich: WOW! Das ist echt cool! Ich möchte mehr davon wissen! Ich möchte mehr davon wissen, verstehen, wie Gott wirkt, damit ich rausfinden kann, was wir besser machen können.

Außerdem … wäre ich Gott, wäre ich wirklich angepisst, wenn meinem Werk keine Beachtung geschenkt wird. Vor allem, wenn es so genial wie das Universum ist.

Sozialismus – Einleitung

Ich bezeichne mich selbst als Sozialisten ohne dabei aber zu erklären, was ich eigentlich meine. Zum Sozialismus gibt es über 150 Definitionen. Auch für mich ist nicht zu 100% klar, wie genau  Sozialismus definiert ist. Aber genau darin liegt die eigentliche Stärke des Begriffes. Dieser Artikel soll meine Gedanken zum Sozialismus erklären.

Was ist eigentlich Sozialismus?

Der Sozialismus ist grundsätzlich eine Gesellschaftsform, aufgebaut auf den Werten gemeinnützig, hilfsbereit und barmherzig. Er ist kein politisches Konstrukt und kann daher in jeder möglichen Staatsform existieren – auch in einer Demokratie.

Hinweis: Die DDR war kein sozialistischer Staat. Machteliten steuerten das Kapital und bereicherten sich selbst. Im Grunde war es ein perfider Kapitalismus für wenige ausgewählte Eliten – aber kein Sozialismus.

Einer der Grundwerte für den Sozialismus ist folgender: Eigentum verpflichtet. Die Menschen, die viel haben sollen viel geben, um denen zu helfen die nicht privilegiert sind. Das heisst aber nicht, dass Individualität oder das Eigentum an sich abgeschafft werden soll. Es heisst, dass Verantwortung übernommen wird und das gegeben wird, was gegeben werden kann. Es ist vollkommen okay neuste Technik zu besitzen, es ist auch völlig okay ein Auto zu besitzen oder in einer Wohnung zu wohnen, in welcher man sich wohl fühlt.

Wozu brauche ich 40.000 € im Monat? Wozu brauch ich drei Porsche in meiner Garage? Warum muss ich in einem 600qm Haus zu zweit leben? Wieso brauch ich diese Anlage für den privaten Gebrauch, die 20.000 Euro kostet? Damit Sozialismus funktioniert muss diese Denke aufgebrochen werden: Wir müssen genügsamer werden und nicht immer maßlos übertreiben. Klar wäre es total cool so einen Fuhrpark zu besitzen, aber seien wir ehrlich: Benötigen wir wirklich materielle Dinge, um glücklich zu sein?

Wir sind glücklich, wenn wir mit unseren Lebensumständen zufrieden sind. Diese Umstände können einfach in zwei Bereiche aufgeteilt werden:

  • Privat: Alle Dinge, die mich persönlich betreffen. (Arbeit, Individualität, Familie, materielle Werte, …)
  • Gesellschaftlich: Alle Dinge, die mein Umfeld beeinflussen (Arbeitnehmerrechte, Mindestlohn Nahverkehr, Asylrecht, …)

Dabei hängen große Teile der privaten Zufriedenheit mit der gesellschaftlichen Zufriedenheit zusammen. Gibt es Repressionen im eigenen Umfeld schlägt sich das auf unser Gemüt nieder. Sehen wir Leid und Armut in unserem Umfeld, dann wollen wir dieses Leid beenden und helfen – zumindest denken die meisten Menschen so (hoffentlich).

Eine Gesellschaftsform im Sozialismus hat genau diese Aufgabe: Leid und Armut bekämpfen, Schwache aufnehmen und versorgen, Ungerechtigkeiten auflösen und ein Vorbild für andere Menschen sein. Setzen wir dieses Kredo als individuelle Gedanken und persönlichen Wunsch voraus.

Die Frage ist: Wie sieht das ganze dann eigentlich aus? Es gibt sehr viele Themenbereiche, welche politisch so beeinflusst werden können, dass sie den sozialistischen Werten entsprechen (willkürliche Reihenfolge, alle Themen sind gleich wichtig):

  • Arbeits- und Sozialpolitik
  • Asylrecht
  • Feminismus und Gleichberechtigung
  • Familienrecht
  • Gesundheitspolitik
  • Steuerrecht
  • Finanzregulierung
  • Ökologie und Energie
  • Öffentlicher Personenverkehr

Grundlage für diese zukünftigen Betrachtungen ist das Stichwort Gerechtigkeit – nicht Gleichberechtigung, sondern Gerechtigkeit. Folgende Grafik veranschaulicht den Gedanken perfekt:

Wenn ihr schon beleidigt, dann bitte richtig.

Beleidigungen finde ich grundsätzlich okay. Was mir ja tierisch auf den Sack geht sind Beleidigungen, die einfach scheiße sind. In irgendwelchen Kommentarspalten liest man immer wieder „Du Opfer!“, „Du bist so behindert!“ oder auch „Du Homo!“. Das geht gar nicht. Zum einen wäre es wesentlich sinnvoller das Benehmen von jemanden zu bewerten:

  • Deine Verhaltensweise ist widerlich.
  • Was du sagst, erinnert mich an Diarrhoe.
  • Deine Bild widert mich an.

Sowas finde ich vollkommen okay. Und wenn ihr schon irgendwie Beleidigen wollt, dann nehmt doch Begriffe, die nicht irgendeine Minderheit oder Ethnie zu Grunde liegen:

  • Flitzpiepe
  • Lump
  • Halunke
  • Gauner
  • Spitzbube
  • Betrüger (nur bei nachgewiesenem betrügerischen Verhalten)
  • Lausbube
  • Missetäter

Wenn ihr mehr habt, rinn in die Kommentare.

Stimmpate

Ich habe blöderweise immer viel zu viele Ideen und viel zu wenig Zeit diese in irgendeiner sinnvollen Art umzusetzen. Die folgende Idee gehört dazu. Ich poste sie hier, in der Hoffnung, dass sie irgendwer aufgreift und umsetzt. Trotz bester Vorraussetzungen habe ich leider weder die Zeit, noch das Durchhaltevermögen.

Das gemeinnützige Projekt nennt sich in meinem Kopf Stimmpate. Das Prinzip ist eigentlich einfach. Auf einer Online-Plattform suchen Leute, die in Deutschland wohnen und wegen der repressiven Wahlrechtspolitik nicht wählen dürfen eine Nichtwählerin, die für sie wählt. Es gibt viele valide Gründe für eine Nichtteilnahme an einer Wahl – viele von uns können sich aber dafür entscheiden. Andere dürfen nicht und das finde ich extrem unfair.

Wie läuft das also ab? Nichtwählerinnen melden sich an, dass sie ihre Stimme an Nichtwahldürferinnen verschenken wollen. Dabei können die Nichtwählerinnen aber Parteien ausschließen (ich würde zum Beispiel nie mein Kreuz bei Nazis, wie der NPD oder AfD machen), denn wir Nichtwählerinnen sind keineswegs apolitisch. Viele von uns können nur mit den aktuellen Parteien nichts anfangen. Dabei wissen wir aber genau, was wir nicht wollen (Nazis zum Beispiel).

Das Ganze basiert natürlich auf Freiwilligkeit und irgendwie muss man da auch Hinweise bringen, dass es trotzdem eine freie Wahl ist und niemanden zwingen kann, irgendwas zu wählen. Genau so wird ja dadurch auch teilweise das Wahlgeheimnis aufgehoben, wo es aber sicherlich Möglichkeiten gibt, das ganze halbwegs gut abzusichern. Wichtig ist, es muss easy sein – Bumm, Zack, Return. Keine Token-Verschlüsselungs-Nerd-Pride-Krams, sondern so einfach, dass alle das System verstehen.

Theoretisch müsste ’nur‘ eine Webseite aufgesetzt werden, ein Trägerverein gefunden werden, der die Finanzen übernimmt und Helferinnen, die das Marketing für das Projekt betreiben. Wenn sich da ein Team findet, kann ich auch gerne Input geben. Ich bin aber leider zu sehr mit einem anderen Projekt beschäftigt, dass ich das unmöglich schaffen könnte. Und sogar das macht mir ein schlechtes Gewissen …

Zurück zur Anonymität

Ein Gastbeitrag vom Llama.

Ich liebe Leipzig wirklich sehr. Die Stadt ist einfach perfekt. Auf der einen Seite gibt es genial abgefuckte Industrieanlagen, auf der anderen Seite schöne und modernisierte Häuser der Gründerzeit. Das ganze Ambiente und Flair macht einfach Spass. Die Leute allgemein machen das alles hier (vor allem aber unsere Ecke Lindenau-Plagwitz) sehr lebendig. Trotzdem bin ich ein Stück weit froh, dass ich hier weg ziehen kann – in eine neue Stadt.

Ich merke, dass ich immer soziophober werde. Ständig habe ich Angst, dass ich Leuten über den Weg laufe, die ich kenne, aber nicht kennen will. Ich möchte nicht freundlich grüßen oder irgendwelche awkward Small-Talk-Momente durchlebe und die ganze Zeit eine Ausrede suche, damit ich weiter gehen kann. Das heisst nicht, dass ich alle Menschen nicht mag, die ich kennengelernt habe, ich will nur selbst gern entscheiden, wann ich wen sehen will. Und wenn ich nicht in der Stimmung bin, will ich halt niemanden sehen.

Es gibt natürlich Ausnahmen – Freunde, die ich hier zurücklasse und sehr vermissen werde. Das sind aber wirklich nur eine Handvoll Menschen, bei denen ich mich auch über eine zufällige Begegnung freue.

Ständig hat man irgendwo in bestimmten Teilen der Stadt Angst, dass man Leuten begegnet, die man aber nunmal nicht sehen will. Ich fange an gewisse Plätze zu meiden, fühle mich unsicher, habe Angst. Das ist scheiße. Deswegen bin ich auch froh darüber, nach Düsseldorf ziehen zu können. Dort bin ich erstmal anonym. Dort kann ich mich frei bewegen, ohne Leute zu sehen, die ich nicht sehen will.

Eine mögliche Alternative zur Demokratie

Ich bin mittlerweile kein Fan mehr von unserem Parteiensystem und dieser Art der repräsentativen Demokratie in der wir gerade leben. Niemand hat wirklich eine Kontrolle darüber, was gerade passiert, die Machtkonzentration ist enorm und selbst innerhalb der Parteien gibt es krasse hierarchische Strukturen. Ich habe lange über den Slogan „Keine Macht für Niemand“ nachgedacht. Ich glaube mittlerweile, dass dieser Ansatz zwar nicht zu 100% umsetzbar ist, aber durch gewisse Methoden zumindest in Teilen machbar ist.

Eines ist auch mir klar: Wenn jeder überall mitreden kann, dann werden gar keine Entscheidungen für $Dinge mehr gefällt, sondern es wird sich in ewigen Diskussionen verloren. Wir brauchen klare Abstimmungsmöglichkeiten, ohne dass der permanente logistische Aufwand betrieben werden muss. Trotzdem muss die Möglichkeit gegeben sein, dass jede an ihren Themen arbeiten und auch an entsprechenden Stellen einbringen kann. Diese Stellen dürfen aber keine Machtkonzentration sein.

Okay, schaffen wir eben mal die Demokratie und Parteien, wie wir sie kennen ab.

Aber was ist die Alternative zu Parteien? Wie kann ich meine Interessen einbringen? Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand: Interessengruppen. Nehmen wir an, wir finden den fahrscheinlosen ÖPNV dufte. Wenn ich für dieses Thema in eine Partei eintrete, muss ich auch andere Themen vertreten, die ich auch kacke finden kann. Dank des Internets kann man dann relativ schnell rausfinden, ob es irgendwo schon eine diskutierende Gruppe dafür gibt und sich ihr anschließen – oder auch offline via Schwarzes Brett (es gibt immer alternative Wege). Diese Interessengruppe arbeitet dieses Thema aus, diskutiert gemeinsam an Möglichen Probleme, Finanzierungsmöglichkeiten, Argumentationshilfen usw.

Aber wie können diese Gruppen dann Gesetze beschließen lassen? Und von wem? Schaffen wir erstmal mehrere rotierende Gremien. Jedes Gremium übernimmt eine bestimmte Aufgabe:

  • Gesetzgebendes Gremium
  • Überprüfendes Gremium
  • Beschließendes Gremium

Das gesetzgebende Gremium hat die Aufgabe mit Hilfe von juristischer Beratung Gesetze  (in öffentlichen Sitzungen) zu formulieren. Es finden keine Beschlüsse statt und im idealen Fall werden auch verschiedene Alternativen ausgearbeitet. Das überprüfende Gremium checkt nun mit einer anderen juristischen Hilfe diese Gesetze. Sie merzt Fehler aus und kann Dinge entsprechend Anpassen (natürlich auch öffentlich). Danach geht das Gesetz mit den Alternativen zum beschließenden Gremium. Dort werden gemeinsam mit (mir ist kein besserer Begriff eingefallen) menschlicher Beratung die Gesetze beraten und beschlossen. Die zweite Aufgabe des Gremiums ist, die Eingaben der Interessengruppen entgegen zu nehmen und leiten diese nach Prüfung nach Aspekten der Menschlichkeit an das gesetzgebende Gremium weiter. Der Prozess beginnt hier von vorn. Alle Sitzungen finden natürlich öffentlich statt. Eine angeschlossene Verwaltung hat die Aufgabe alle Gremien und Interessengruppen (und natürlich die Menschen) mit Informationen zu füttern.

schema

Soweit so gut. Aber wie können wir checken, dass keine Machtkonzentration in den Gremien entsteht? Die Antwort ist einfach: rotierende Lose. Jedes Gremium wird alle zwei Jahre neu ausgelost. Die Lose sind wie bei Lottoziehungen Nummern, die öffentlich gelost werden. Diese Nummern sind mit den Leuten verknüpft, die Interesse an gesetzgebender Arbeit haben. Die haben vorher im Verwaltungsapparat ihr Interesse bekundet und sich in die Liste eingetragen. Als weitere Regel könnte man einführen dass jede nur einmal in jedem Gremium sitzen darf und danach nie wieder irgendein Amt bekleiden darf. Das gleiche gilt für die juristischen und menschlichen Beratungsstellen. Achja, Entscheidungen der Gremien müssen mit absoluter Mehrheit beschlossen werden … oder so.

Ich weiß, da gibt es noch tausende Fragen zu klären, aber das hier ist auch nur ein kurzer Gedanke, der im Raum steht. Der einen oder anderen mag das auch ein bisschen wirr vorkommen, aber dafür gibt es ja den Kommentarbereich ;)

Unser Problem ist, dass wir keine Mauer haben, die wir einreißen können

Nennen wir das Kind beim Namen: linke Menschen sind eine Randgruppe. Die Deutschen haben zur letzten Bundestagswahl zu 60% Rechts gewählt. Rassisten wollen die Grenzen zu Europa „schützen“ während tausende Menschen auf der Flucht sterben. Rassisten wollen in Hamburg Refugees zur Fahndung ausschreiben und diffamieren humanitäre Hilfen als Straftat. In Berlin brechen Flüchtlinge zusammen und die rassistische Polizei verbietet Isomatten. In Bremen patrouilliert die Bundeswehr. Merkel verhindert Abgasnormen und die Autolobby schenkt ihrer Partei hunderttausende Euro. Dumme Menschen geben „den Griechen“ die Schuld an ihrer Lage, während wir immer reicher werden. Vermeintlich linke Parteien (SPD und Grüne) koalieren lieber mit Rechten als mit Linken. Idioten diskriminieren andere Menschen wegen irgendeiner Eigenschaft. Widerlich.

Und wir? Wir empören uns auf Twitter. Wir schreiben Blogeinträge, die niemand liest (dieser hier dient als Beispiel). Wir tun nichts dagegen. Nichts. Was sollen wir auch groß tun? Unser Problem ist, dass wir keine Mauer haben, die wir einreißen können. Gegen wen sollen wir auf die Straße gehen? Gegen wen sollen wir unseren zivilen Ungehorsam zeigen? Wer ist unser Feind? Wir haben kein klares Feindbild.

Unser Feind ist nicht greifbar. Unser Feind ist eine große Depression. Und vielleicht kommt der Widerstand erst, wenn dieser ganze Scheiß für jeden greifbar wird – wenn jeder Mensch merkt, was hier los ist. Das kann dauern. Und danach werden sie wie damals sagen: „Aber wir haben doch nichts gewusst.“

Und das ist unsere Schuld.

27.400.000 Menschen haben in diesem Land keine Stimme

Die Demokratie in Deutschland ist kaputt. Sie grenzt aus, sie interessiert sich nicht für Einzelne, sie ist nur einmal in vier Jahren vorhanden. Ich halte das für ein riesiges Problem. Die Demokratie, wie sie jetzt „funktioniert“, ist nicht zukunftsfähig.

Ein paar Fakten:

  • in Deutschland leben insg. 81,9 Millionen Menschen
    • davon sind 74,3 Millionen Menschen deutsch
    • einhergehend sind 7,6 Millionen Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft
  • ca. 12 Millionen Menschen sind unter 18
  • zur Wahl 2013 waren 61,9 Millionen Menschen wahlberechtigt

Unsere Demokratie schließt also aktuell ungefähr 20 Millionen Menschen aktiv von der Wahl aus – nicht nur Kinder und Jugendliche (diese werden durch ein willkürliches Alter ausgeschlossen), sondern auch Erwachsene Menschen (durch eine an die Staatsbürgerschaft gebundene Wahlberechtigung).

Das nächste Problem ist die 5%-Hürde. Über diese Hürde kamen nur die CDU/CSU, SPD, Grüne und Linke. Sie vereinen insgesamt 36,8 Millionen Stimmen unter sich. Da nur 44,2 Millionen Menschen zur Wahl gingen, sind also 7,4 Millionen Stimmen für die Tonne. Aktiv schlossen wir also allein in dieser Wahl 27,4 Millionen Menschen aus.

27.400.000 Menschen haben in diesem Land keine Stimme.

(17.700.000 Menschen wollten nicht)