Psychiatrie: Tag 1114

Nach meiner gestrigen Therapie habe ich die Hausaufgabe von meiner Therapeutin bekommen, dass ich versuchen soll meine Probleme zu kategorisieren um so einen gewissen Grad an Ordnung in mein Leben zu bekommen. Auch wenn mir jetzt diese Probleme sehr mächtig vorkommen, soll ich mir aus jedem Problem ein paar Kleinigkeiten suchen und diese weiter analysieren – sozusagen einen Realitätscheck ausführen, wie ich es bei den Paniken gemacht habe. Mein Hauptproblem ist ein massiver Minderwertigkeitskomplex. Das ist mir jetzt schon klar.

Arbeit

Wie im letzten Post angesprochen macht mich meine Arbeit zu schaffen. Also machte. Aber irgendwie noch immer. Angefangen hat das im Dezember 2015, glaube ich. In dem Monat habe ich mich entschlossen einen neuen Job zu suchen. Dafür gab es viele verschiedene Gründe, die ich hier jetzt nicht ausführen möchte.

Also erstellte ich eine Bewerbung, als Website, weil mir nichts anderes eingefallen ist. Ich schrieb über mich und meine Referenzen, packt noch ein paar andere Sachen bei, wie zum Beispiel meine Musik oder meinen Youtube-Kanal, und schickte die Bewerbung an einige Firmen ab.

Wenn ich etwas kann, dann ist es Webentwicklung. Das mache ich seit vielleicht 20 Jahren (ja, mit 10 hatte ich meine erste HTML-Seite erstellt). Entsprechend habe ich mich natürlich auch verkauft. Was kam waren Absagen – eine nach der anderen. Das zerrte an meinem Ego und kratzt mich immer noch.

Letztendlich musste ich wohl also erstmal bei der Firma bleiben, wo ich bisher auch angestellt war. Damit sich aber irgendwas an meiner Situation ändert, musste ich handeln, also redete ich mit meiner Vertrauensperson bei der Firma. Zufälligerweise hat sich genau in dem Moment ergeben, dass wir einen Teil der Firma ausgründen und ich mit meiner Vertrauensperson einen Neuanfang machen kann.

Das ist gut. Das bringt mir Motivation, aber auch unheimlich viele neue Verantwortlichkeiten und neuen Druck. Immerhin muss ich vorerst allein ein Shopsystem am Laufen halten. Dazu kommt auch noch die ganze IT. Ich bin gespannt, aber auch gestresst.

Soziales

Also sagen wir so: Ich habe keine Ahnung, wie das Ding mit der Freundschaft funktioniert. Ich hatte zwar früher welche, aber seit mehreren Jahren ist da überall eher Funktstille. Das ist zwar schade, aber ich hab auch nicht die Kraft den Leuten immer hinterher zu rennen. Klar, das isoliert und es gibt nur wenige Herzmenschen in meinem Leben, denen ich voll und ganz Vertraue. Fernab vom engeren Kreis meiner Familie (Ja, Prinzessin, du gehörst dazu :P) sind das genau zwei Personen.

Eine dieser beiden Personen habe ich erst vor kurzem kennen gelernt. Und ich mag diese Person in dieser kurzen Zeit schon sehr gern. Ich habe aber überhaupt keine Ahnung, was ich tun soll. Also, wie agiere ich, wann schreibe ich, wann nerve ich, wann bin ich überflüssig, wann wird von mir zu viel erwartet, wann dränge ich mich zu sehr auf. Ich weiß es nicht.

Dazu kommt, dass ich Angst habe, dass ich meine Ehe durch diese Freundschaft vernachlässige. Und ich weiß auch schon, warum ich davor Angst habe: Ich möchte nicht, dass aus den platonischen Gefühlen für diese Person romantische werden. Das Problem ist, dass ich die aktuell empfindende in eine gewisse Euphorie für diese sich anbahnende (oder schon feste?) Freundschaft. Und diese Euphorie fühlt sich wie Verknalltheit an (ich hab keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll). Ich weiß, dass ich nicht verknallt bin, aber diese Gefühle machen mich irgendwie fertig, weil ich die überhaupt nicht kategorisieren kann (das klingt selbst für mich verwirrend; und irgendwie hört sich das alles dramatischer an, als es eigentlich ist).

Selbstidentifikation

Ich habe ja schonmal das mit den „Frauenkleidern“ beschrieben. Also das hat sich auch irgendwie gefestigt. Aber ich bin mir immer noch maximal unsicher bei der ganzen Sache. Ich weiß, dass ich bei allem die Unterstützung meiner Frau habe, aber so richtig ist es mir selbst nicht klar, ob ich mich damit wohl fühle. Also nicht wegen mir selbst, sondern eher wegen der Außenwelt. Ich mein, ich fühle mich extrem wohl, wenn ich so Sachen an habe, aber raus trauen – niemals. Vielleicht jetzt zum WGT. Ich bin da extrem ängstlich.

Hauptsächlich bin ich ängstlich, weil ich mich fett fühle. Dafür machen wir aber gerade Diät, die mich aber auch fertig macht. Wahrscheinlich, weil wir einen kompletten kalten Entzug gemacht haben. Das war wohl doof. Das hat auch meine Therapeutin gesagt. Man sollte sich immer so Kleinigkeiten für die Seele aufheben.

Naja, und dann halt mein Gesicht. Das ist nunmal dummerweise recht männlich. Aber durch Make-Up kann man da viel machen. Nur muss ich irgendwann mal anfangen das alles zu lernen. Das ist ja alles eine Kunst für sich. Aber dann fühle ich mich wieder total unbeholfen und dämlich.

Psychiatrie: Tag 1110

Es ist viel zu lange her, dass ich über meine Depressionen und Panikattacken geschrieben habe. Vor allem, weil es mir im Moment sehr schlecht geht und ich es mir schuldig bin mich endlich wieder mit den Krankheiten zu befassen. Aber vielleicht wäre ein Update seit dem letzten Mal sinnvoll. Immerhin ist das schon mehr als ein Jahr her, dass ich dazu etwas ausführlich geschildert habe. Ich weiß, dass ich das nicht tun muss, aber ich will es. Vielleicht hilft es anderen – vielleicht sogar mir.

Nun, ich hatte meine erste Therapie hauptsächlich wegen den Panikattacken angefangen. Die Hypochondrie in Verbindung mit körperlichen Triggern und Overthinking hat mich regelmäßig zu Panikattacken getrieben. Das ging irgendwann soweit, dass ich nicht mehr wirklich raus gehen wollte, weil ich Angst vor der Angst hatte. Ich mied Menschenmassen, Menschen überhaupt und verkroch mich immer mehr. Dazu kamen dann leichte bis mittlere depressive Episoden – ausgelöst durch die Paniken.

In meiner Therapie habe ich das kognitive Verhaltenstraining kennengelernt und ich muss sagen, dass durch dieses Training die Angstattacken fast vollständig weg gegangen sind. Klar, es gibt immer noch kurze Trigger, die das Adrenalin los kicken, aber sobald ich das Gelernte einsetze, ist alles wieder okay. Und das innerhalb von ein paar Minuten. Genau das hat mich dann auch durch die Depression gebracht und konnte sagen, dass ich ein paar echt gute Monate hatte.

Kognitives Training ist eigentlich einfach erklärt: Realitätscheck. Nehmen wir an, du hast den Trigger „Stechen in der Brust“. Der erste Gedanke, den ich da normalerweise hatte war natürlich der Herzinfarkt. Durch eine ärztliche Untersuchung wurde aber festgestellt, dass mein Herz und meine Lungen vollkommen gesund sind. Das kleine Stechen sind die Muskeln am Brustpanzer. In jedem Fall habe ich nach so einem Trigger Overthinking betrieben, das heisst, ich habe mir vorgestellt, wie der Schmerz in den linken Arm wandert, ich kurzatmig werde und alle Symptome von einem Herzinfarkt „habe“. Das krasse ist: Allein durch Einbildung können Symptome wirklich auftreten. Dann kam die Hyperventilation und der Krankenwagen. Tja. So habe ich einige Abende verbracht.

Ganz am Anfang hat mir noch das Medikament Promethazin geholfen, um mich ein bisschen runter zu bringen. Das kognitive Training hat mir aber langfristig geholfen. Bei jedem körperlichen Trigger gehe ich nun meine Checklisten durch (mittlerweile auch nicht mehr wirklich, weil die Trigger echt harmlos geworden sind. Haha! Nimm das Angst!). Die Checklisten waren im Grunde ganz einfache rationale Aufschlüsselungen, warum ich gerade keinen Herzinfarkt oder keine Lungenembolie habe. Diese Liste habe ich aber zusammen mit meiner Therapeutin erstellt, damit die genau auf mich geeicht ist.

Nun, die Paniken gingen, die kleine Depression auch und ich konnte mich wieder mehr mit mir, der Welt und vor allem meiner Frau beschäftigen. Ich habe seit dem neue Hobbies entdeckt und alte Hobbies wieder gefunden. Im Moment mache ich ein paar Experimente mit Youtube, spiele wieder viel Musik und schreibe sogar wieder. Das hilft mir alles, hat mich aber auch davon abgelenkt, dass ich meine Gefühlswelt nicht wirklich im Blick hatte. So kam nach und nach eine richtig heftige Depression. So stark, wie ich sie seit Jahren nicht mehr hatte und nicht mehr selbst hinaus komme.

Ich bin mir noch nicht sicher, in wie weit ich Details über meine konkreten Gedanken verraten möchte. Vielleicht nur so viel zu Anfang: Ich habe massive Minderwertigkeitskomplexe mit einem ausgeprägten Helfersyndrom. Diese Minderwertigkeitskomplexe gehen so weit, dass ich so gut wie gar nichts mehr gebacken bekomme und mir sogar einrede, dass die Welt und die Menschen ohne mich besser dran wäre. Dass das Blödsinn ist, ist mir auch klar. Diese Gedanken sind trotzdem da. Um dieses Minderwertigkeitsgefühl los zu werden, kompensiere ich das mit aller Macht mit dem Helfersyndrom, ohne dabei auf meine eigene Gefühlswelt zu achten. Außerdem passieren gerade sehr sehr viele Dinge gleichzeitig, die meine Psyche mitnehmen. Es sind zwar auch sehr viele positive Dinge dabei, dennoch belasten einige Sachen meinen Kopf und benötigen meine ganze Kraft.

Tja, seit Dezember habe ich nun wieder schleichend eine Depression bekommen. Seit ca. drei Wochen sogar sehr heftig mit mehrstündigen Heulkrämpfen und allem drum und dran. Blöderweise hatte ich seit Juli letzten Jahres auch keine Therapiestunde mehr. Also muss ich jetzt wieder alles neu beantragen. Meine Therapeutin hat mir aber dabei geholfen, damit ich auch direkt bei ihr bleiben kann. Die Ärztin zu Wechseln wäre für mich nicht zumutbar. Außerdem haben wir in der ersten Sitzung das Wichtigste besprochen – vor allem den Plan, was wir in Zukunft machen werden. Das hilft.

Ich glaube die Details werde ich dann versuchen nach und nach zu erzählen. Für den Anfang muss das hier reichen …

Psychiatrie: Tag 666

Am Donnerstag, dem 04. Dezember ist es genau 666 Tage her, dass ich meine psychischen Probleme in den Griff bekommen wollte. Der Start war mehr als nur holprig und auch in der ganzen Zeit ging es eher bergab als bergauf. Es kamen Panikattacken, Phobien und krasse depressive Phasen dazu. Seit meinem letzten Eintrag vor 205 Tagen ist eine Menge passiert und mittlerweile kann ich erste wirkliche Erfolge vermelden.

Die Suche nach der Psychologin

Die Suche nach einer professionellen und guten Hilfe war sehr schwer. Trotz der Hilfe meiner Versicherung musste ich viele Hürden nehmen. Die Hilfe bestand darin mich erstmal aufzufangen und mit mir einen kleinen Plan zu machen. Grundsätzlich ging es um die Fragen: Was muss ich als Kassenpatient beachten? Wie bekomme ich eine Kostenerstattung für private Praxen? Was kann und soll ich im Notfall, wenn also eine Panik kommt, machen?

Als erstes habe ich eine Liste von ‚zugelassenen‘ Ärzt*Innen bekommen, welche ohne Umwege über die Kostenerstattung der Krankenkasse agieren dürfen. Diese Liste sollte ich abtelefonieren und notieren, wie viel Wartezeit ich jeweils in Kauf nehmen müsste. Das war schon sehr hart, weil ich ja auch tierischen Schiss vorm Telefonieren entwickelt habe. Und dann muss man am Telefon noch irgendwie seine Probleme in Worte fassen. Das war unglaublich schwer – vor allem aber auch demotivierend, da die ersten Absagen recht schnell gekommen sind. Die Wartezeiten waren auch nicht besser. Ich hatte jetzt Panik. Ich brauchte jetzt Hilfe – nicht erst in drei bis sechs Monaten.

Irre.

Als ich beim nächsten Termin dann meine Liste vorgelegt habe, war für die Notfallpsychologin der Fall klar, dass ich eine Kostenerstattung für die privaten Praxen bekomme. Da habe ich dann eine neue Liste bekommen und sollte weiter abtelefonieren. Das war auch anstrengend, weil es selbst für das Wort „Kostenerstattungsverfahren“ einige Absagen bekommen habe. Letztendlich bin ich dann an eine Psychologin gekommen, die für mich vielversprechend klang. Wir reden hier übrigens von einer Zeitspanne von ca. anderthalb Monaten.

Dinge, die mich fertig machen

Dinge, die mich fertig machen:

  • Ich kann seit Wochen nicht mehr in einem richtigen Bett schlafen.
  • Ich kann seit Monaten nicht mehr richtig einschlafen.
  • Ich muss Medikamente nehmen, damit ich „normal“ bin.
  • Ich merke, wie die Medikamente mich stumpf machen.
  • Ich bin so müde. So unfassbar müde.
  • Menschen, die andere Menschen wegen irgendeiner Eigenschaft hassen.
  • Wenn ich berechtigte Kritik anbringe und mir mit einem Youtube-Link zur Snikerswerbung geantwortet wird – ich Diva.
  • Ich stehe seit Wochen unter massiver Anspannung, selbst jetzt, im Urlaub muss ich ständig an Arbeit denken.
  • Ich habe Angst vor so vielen Dingen.
    • Bett.
    • diverse Krankheiten (Herzinfarkt, Lungenembolie, Tumore, Schlafapnoe, Herzrhythmusstörungen …).
    • Sterben.
    • Dem Ende.
    • Rausgehen.
    • Arbeiten.
    • Andere Menschen, die nicht meine Frau oder meine Mutter sind.
    • Dass ich ein Weichei bin, weil ich so sinnlose Ängste vor Kleinigkeiten habe.
    • Es mir peinlich ist zu weinen, weil ich stark sein müsste.
    • Schwäche zu zeigen.
    • Andere Menschen zu enttäuschen.
    • Dass ich im Supermarkt nicht sofort das richtige Produkt finde.
    • Dinge zu vergessen.
    • Rechtschreibfehler.
    • Dinge zu verpassen, weil ich zu viel arbeite.
    • Mich selbst zu vergessen.
    • Styropor.
    • Mir selbst.
    • Stimmungsschwankungen.
    • Nicht ernstgenommen zu werden.
    • Meine eigenen Ziele nicht zu erreichen.
    • Einschlafen.
    • Zu wenig aus meinen Talenten rauszuholen.
    • Linksfahrer auf der Autobahn.
    • Nazis. Antifems. Maskulinisten. Macker. Deutsche.
    • Auf Metal zu beissen.
    • Zahnärzten.
    • Männern.
    • Gewalt.
    • Zahnseide.
    • Die Kontrolle zu verlieren.
    • Flugzeuge und das Fliegen an sich.
    • Sich rechtfertigen müssen.
    • Vor einer Menschenmenge zu sprechen.
    • Nicht mehr aus den Depressionen rauszukommen.
    • Dass mein Antrag auf Psychotherapie abgelehnt wird.
    • Dass ich mein Lebenlang mit den psychischen Störungen leben muss.
    • Rauchern.
    • Vergessen zu werden.
    • Arzt und Klinikserien.

Psychiatrie: Tag 461

Eigentlich kann ich sehr stolz auf mich sein. Seit Mitte März hatte ich keine Panikattacke mehr – also keine heftige, die mehr als 15 Minuten ging. Das finde ich richtig toll und ich habe gehofft, dass ich das nun hinter mir lassen kann. Ich habe gehofft, dass das echt nur eine kurze Phase ist.

Arschlecken.

Tralala.

Letzten Freitag hatte ich Schmerzen im Unterschenkel, die nicht weg gehen wollten. Früher hat mich das nicht gestört. Blöderweise habe ich die Woche zuvor mehrere Artikel über Thrombose gelesen. In diese Gedanken steigerte ich mich natürlich ein und bin voller Angst zu einem Arzt gegangen. Äh, ne. Ich musste einen Notarzt bestellen, weil offenbar am Freitag in Düsseldorf kein Arzt arbeitet. Naja, der Arzt war letztendlich da und hat sich mein Bein angesehen. Der meinte dann, es könnte eine Thrombose sein.

Bähm.

Panikattacke. Diesmal aber wieder eine richtig heftige. Ich bekam Atemnot, konnte nicht mehr klar denken. Der Arzt meinte dann, dass ich eine Lungenembolie haben könnte und mir wurde schwindelig, schummrig und es kribbelte in der rechten Körperhälfte. Das hatte ich noch nie und verfiel deshalb noch mehr in Panik. Also rufte er den Rettungswagen.

Im Krankenhaus angekommen hat sich meine Atmung wieder normalisiert. Mir wurde gesagt, dass alles in Orndung ist und ich eine Panikattacke habe. Mir wurde Blut abgenommen und meine Schmerzen wurden untersucht. Letztendlich hatte ich nur eine heftige Muskelzerrung.

Das Problem ist, dass ich seitdem extrem unter Anspannung stehe. Jede kleine Kontraktion, jeder kleine Schmerz, jedes kleine Ziehen könnte irgendwas sein. Zumindest denke ich das und mein Gehirn fährt natürlich die Gegenmaßnahmen hoch, damit es die Symptome bekämpft, was sie verstärkt, was natürlich die Angst verstärkt und schnell zur Panik werden lässt. Ein Teufelskreis.

Also bin ich wieder zur Ärztin, habe ihr alles erzählt und sie meinte dann, dass ich sehr wahrscheinlich ein Hypochondra bin und wohl das Münchhausen-Syndrom habe (letzteres glaube ich eher weniger). Rein physisch ist mit meinem Körper alles in Ordnung. Das hilft und beruhigt. Ich merke trotzdem diese Anspannung in mir. Das macht mich schon ein bisschen fertig.

Morgen, also Mittwoch, habe ich einen Termin bei einem Psychologen bekommen. Meine Versicherung hat hier in Düsseldorf Möglichkeiten geschaffen recht schnell ein Grundlagengespräch zu bekommen. Ich bin echt froh darüber und bin auch gespannt, was da raus kommt. Hoffentlich lerne ich bald Techniken, wie ich mit den Paniken umgehen kann und wie ich die Angst weg bekomme.

Psychiatrie: Tag 390

Mehr als ein Jahr ist es her, dass ich aus der Psychiatrie raus bin. Meinem (bisher und hoffentlich) letzten Nervenzusammenbruch mit Burn-Out habe ich eigentlich ganz gut verarbeitet – vor allem dank der unglaublichen Stärke meiner Frau.

Ich konnte das alles schaffen, weil ich sogar meine eigenen Vorsätze noch krasser eingeschränkt habe. Für mich gab und gibt es der Einfachheit halber nur noch zwei Kategorien: Es nervt mich und es nervt mich nicht. Wenn mich Dinge nicht nerven, freue ich mich darüber und genieße sie jeden Moment. Wenn mich etwas nervt, dann wird das alles zwar ein bisschen komplizierter, aber auch lösbar.

Ich stelle mir dabei mehrere Fragen:

  • Wieso nervt es mich?
  • Muss das jetzt unbedingt sein?
  • Kann ich die Sache auch einfach sein lassen?
  • Wenn ich damit leben muss, was kann ich tun, damit es besser wird?
  • Brauche ich dafür Hilfe oder kann ich das allein lösen?

Zum Glück habe ich eine großartige Frau, Familie und Firma, die mir bei allem hilft, wo es nur geht. Viele haben leider nicht das Glück und ich bin ehrlich gesagt sehr froh, dass ich da so privilegiert bin. Manchmal macht das auch ein schlechtes Gewissen, weil andere nicht so ein Glück haben, aber ich weiß nicht, was ich tun kann.

Nun, ich habe seit der Schocktherapie der Psychiatrie so gut wie keine klassisch depressiven Phasen mehr – sprich die „dunklen Gedanken“ halten sich mehr als in Grenzen. Anflüge der Melancholie kann ich mittlerweile sehr gut steuern. Auch haben meine Frau und ich sehr viele Dinge geändert, sodass wir uns einfach nicht mehr stressen (lassen).

Psychiatrie: Tag 390. Der Titel des Posts bedeutet für mich, dass man psychische Krankheiten und Anfälligkeiten dafür nie ganz überwinden kann. Seit einigen Wochen leide ich unter mehr oder weniger ausgeprägten Panikattacken. Grund dafür war ein Muskelriss zwischen Rippe und Brustbein im Bereich des Herzens, aber nicht am Herzen direkt, sondern der Muskel direkt unter der Haut – nur eben da in dem Bereich, wo das Herz positioniert ist.

Die Schmerzen davon haben sich zu einer Psychose entwickelt. Das wusste ich aber nicht und eines Tages am Anfang des Jahres hatte ich krasse Schmerzen in der Brust gespürt. Da dachte ich sofort, es wäre ein Herzinfarkt. Das ging soweit, dass ich hyperventilierte und den typischen Teufelskreis einer Panikattacke durchlebte – die erste. Natürlich gab es aber erst mal das volle Programm mit Notarzt, EKG und Untersuchungen. Meine Befunde sind negativ – sprich ich habe ein gesundes Herz, gesunde Herzkranzgefäße, meine Lunge ist in Ordnung und allgemein ist meine Gesundheit im guten Zustand.

Meine (Allgemein-)Ärztin sagte mir dann, dass es dann nur eine psychische Ursache haben kann. Seitdem habe ich immer mal wieder Panikattacken. Mal sind sie leichter und gehen schnell vorbei, mal sind sie krasser und dauern mehrere Stunden. Was ich aber seitdem immer habe, ist ein komisches Gefühl in der Brust, wie ein leichter Druck, der mich immer daran erinnert, dass ja doch irgendwas sein könnte (aktuell habe ich Angst vor einer Herzinsuffizienz, weil mangels Sport meine Kondition so schlecht ist, dass selbst ein kurzer Sprint zur Bahn anstrengend sein kann).

Mein Hauptproblem ist, dass mich das ganze tierisch nervt. Der Kontrollverlust über meinen Kopf und meinen Körper macht mich fertig. Wenn die Panik kommt, dann rasen meine Gedanken hin und her. Es ist für mich dann sehr schwer zu entspannen. Zum Glück habe ich mittlerweile ein paar Wege und Mittel gefunden, wie ich das ganze wenigstens ein bisschen unter Kontrolle bringen kann. Zum Beispiel höre ich sehr ruhige Musik, spiele ab und an ein bisschen Minecraft (meditatives Stripmining ftw!) oder mache diverse Übungen, die ich aus Selbsthilfe-Foren habe. Dazu zählen so akute Atemübungen, Realitätschecks, Entspannungsübungen und so weiter – und immer wieder der Spruch „Du bist gesund. Du hast nichts. Deine Empfindungen sind nur die Ursache des erhöhten Stress“.

Mal sehen, wie es weiter geht. Nach dem Umzug nach Düsseldorf wird das alles hoffentlich ein bisschen ruhiger.

Llama 2.0

Tja. Ich bin wieder da. Also das schon ein paar Tage länger, als dieser Artikel suggerieren lässt. Ich wollte euch nur nicht zumuten, alle Blogeinträge an einem Tag zu lesen.

Die Tage in der Psychiatrie haben mir gezeigt, was ich falsch gemacht habe. Also, nicht die Psychiatrie hat mir geholfen, sondern der Umstand, dass ich dort einfach nichts zu tun hatte. So konnte ich nachdenken. Ich weiß jetzt genau, was in meinem Leben kaputt ist und genau das werde ich angehen.

  1. Familie. Ich habe in den letzten Monaten und Jahren die Bindung zu meiner Familie aufs Spiel gesetzt. Ich habe viele Menschen, vor allem meine Frau, verletzt und enttäuscht. Das wird nicht wieder passieren. Nie wieder.
  2. Arbeit. Ich werde lernen, Arbeit auch einfach Arbeit sein zu lassen. Ich werde daran arbeiten, nicht mehr alles an mich ran kommen zu lassen. Außerdem werde ich nicht mehr so viel arbeiten wie bisher und mehr darauf achten, auch nach Feierabend nicht mehr zu arbeiten. Vor allem muss ich lernen „Nein“ zu sagen. Das gilt übrigens auch für Punkt 5. Auf jeden Fall werde ich die geilste Firma der Welt nicht im Stich lassen ;)
  3. Musik. Die Musik ist eines der wichtigsten Dinge in meinem Leben. Wenn ich Musik höre oder mache, kommt es mir vor, als bewege ich mich zwischen den Welten. Ich will diesem Hobby wieder mehr Bedeutung geben – vor allem um ab zu schalten. Mein Ziel ist es, hier wieder eine Band zu haben.
  4. Gesundheit. Ich fühle mich in meinem Körper nicht wohl und das will ich ändern. Sport ist ein gutes Mittel um mich ordentlich auszukotzen und abzuschalten. Der positive Nebeneffekt ist, dass ich wieder schlanker werde und mir die ein oder anderen Klamotten wieder besser passen. Außerdem werde ich meine Ernährung umstellen.
  5. Politik. Ich werde innerhalb der Piraten nicht mehr so viele Aufgaben übernehmen, wie ich es bisher gemacht habe. Ich möchte mich viel mehr auf ein spezielles Thema konzentrieren und daran arbeiten, dass ich dieses Thema ab nächstes Jahr im sächsischen Landtag vertreten kann. Klar, zu aller erst müssen wir die paar korrupten Anti-Piraten loswerden. Ich bin aber guter Dinge, dass wir den ein oder anderen demnächst nicht mehr in unserer Partei wiedersehen werden.

Zusammengefasst heißt das, ich bin wieder da. Ich werde mich schonen. Ich werde mehr auf mich aufpassen, damit ich euch noch länger nerven kann.

Psychiatrie: Tag 6

Heute Morgen hat mich die Schwester auf dem Sofa geweckt. Ich kann einfach nicht in einem Zimmer mit einem Schnarcher schlafen. Da sind mir die Krankenhausregelungen auch Schnuppe. Ich brauch meinen Schlaf. Da meinte die Schwester, dass ich doch eine Tablette zum Schlafen nehmen soll. Ich lachte.

Nach dem Frühstück machte ich wieder ein bisschen Sport und wartete auf die Visite. Dabei schwänzte ich auch ganz frech die Bastelstunde. Ich kann mich auch anders beschäftigen, sinnvoller.

Bei der Visite machte ich den Ärzten klar, dass ich mich entschlossen habe, am Mittwoch die Klinik zu verlassen. Ich erklärte meine Ansichten, meine Einsichten und meine Pläne. Sie wunderten sich über den plötzlichen Sinneswandel und finden es nicht so gut, dass ich das tue, aber aufhalten können sie mich auch nicht.

Das Umfeld hier belastet mich mehr und mehr. Ich komme mit den Leuten einfach nicht klar. Ich komme nicht damit klar, dass wir hier einfach allein gelassen werden, ohne wirklich auf unsere Probleme einzugehen. Für mich ist es schlicht sinnlos hier zu sein.

Ich freue mich auf zu Hause. Ich freue mich auf meine Astrid. Ich freue mich darauf, dass ich die Dinge umsetzen werde, die ich mir vorgenommen habe.

Am Abend habe ich noch einen längeren Spaziergang mit A. gemacht. Sie ist Erzieherin und erzählt von den vielen (vor allem finanziellen) Problemen bei der Betreuung der Kinder. Wir kamen schnell zum Schluss, dass in der akuten Psychiatrie die gleichen Probleme herrschen. Immerhin ist auch hier die Station überbelegt. Ich habe gehört, dass auf der Geschlossenen schon fünf Menschen auf dem Flur schlafen müssen. Dabei gibt es hier gerade mal sechs Ärzte, die sich um insgesamt vier Stationen kümmern müssen. Da ist es nur logisch, dass hier maximal ein paar Medikamente verabreicht werden. Die „Therapien“ hier helfen niemandem bei den Problemen.

Morgen werden hier wieder ein paar Patienten entlassen. Viele haben Angst davor, weil sie nicht wissen, was sie draußen machen sollen. Mit den Medikamenten können sie weder mobil sein, noch vernünftig arbeiten. Werden die Medikamente abgesetzt, gehen die Depressionen und Paniken wieder von vorn los. Dann landen sie wieder hier. Ich habe einige Patienten kennen gelernt, die hier im Grunde Dauergast sind. Es gibt zwar noch die Möglichkeit, für eine dreimonatige stationäre Behandlung in der Nachbarklinik, aber dort sind die Wartelisten laut den Schwestern schon bis Sommer voll. Irre.

Ich habe noch eine Liste von Psychotherapeuten bekommen – sechs Seiten, eng beschrieben. Ich habe noch nie so eine riesige Sammlung von Telefonnummern für einen Beruf gesehen. Ein Patient meinte, dass die Liste nichts bringt. Er hatte sie auch und sagte, dass bei den meisten Therapeuten eine Wartezeit von drei Monaten einzuplanen ist – und die, die Zeit haben, taugen nichts. Super Aussichten.

Irgendwas in dieser Gesellschaft ist gewaltig kaputt – so richtig kaputt. Bei den meisten Patienten hier ist der Stress der Auslöser der Depressionen und Paniken. Der Stress wird durch die viele Arbeit ausgelöst. Fast alle hier arbeiten zu viel. Sie haben Angst vor Armut, Angst davor, die nächste Rechnung nicht bezahlen zu können, Angst davor, nicht über den nächsten Monat zu kommen. Einige schieben die Schuld auf den Euro. Ich halte dagegen. Nicht der Euro ist Schuld an dieser Situation. Kennt ihr noch „Leistung muss sich wieder lohnen“? Diese ganze Misere haben wir Schwarz-Gelb und auch Rot-Grün zu verdanken. Wo bleiben die Mindestlöhne? Wo bleiben mehr Arbeitnehmerrechte? Wo bleiben Gesetze für eine ordentliche Pausen- und Urlaubsregelung? Wann wird Leiharbeit endlich verboten? Diese Fragen werden hier gestellt – von allen.

Gut, das hat jetzt nicht so viel mit meiner Behandlung hier zu tun. Ich denke aber, dass es wichtig ist, zu wissen, dass hier in den Kliniken hart arbeitende Menschen sind, die genau die Sorgen und Probleme haben, wie wir alle. Hier sind nicht „die Kloppies“ oder die geistig Zurückgebliebenen. Hier sind Menschen, die von der Gesellschaft, der Politik und der Arbeit kaputt gemacht worden sind.

Habt Respekt. Nehmt die Krankheit ernst.

Psychiatrie: Tag 4 und 5

Hoch lebe die Langeweile! Das sollte wahrscheinlich das Motto dieser Klinik sein. Es ist Wochenende. Es gibt hier nichts zu tun. Gar nichts. Und die Zeit will auch nicht vorbei gehen. Natürlich werden wir wieder mit dem üblichen, fast gesäuselten „GUTEN MORGEN!“ geweckt. Es ist 6:45 Uhr.

Ich beschließe, ein bisschen länger zu schlafen und gehe erst (!) gegen 7:45 Uhr zum Frühstück. Die Brötchen sind schon alle. Das ist ein Witz. Die Schwester musste extra zum Bäcker gehen, damit ich auch etwas zu beißen habe. Wie arm unser Gesundheitssystem ist, merkt man hier.

8:30 Uhr: Ich entscheide mich, intensive Körperpflege zu praktizieren und lasse mir dabei ausgiebig Zeit. Rasieren, (lang) Duschen, Eincremen.

9:30 Uhr: Ich entschließe mich, ein bisschen Sport zu machen. Also ab in das, nun, Sportzimmer. Ein Fahrrad, ein paar Iso-Matten, eine FlexiBar™ – das muss reichen. Ich beschäftige mich eine ganze Weile damit, bis ich nicht mehr kann.

10:30 Uhr: Ich mach ein Nickerchen

11:30 Uhr: Endlich Mittagessen. Es gibt etwas, was einem Geflügelhackbraten ähnlich sein soll. Dazu Kartoffeln und Brokkoli. In weiser Voraussicht stelle ich das Gemüse für den Abend in den Kühlschrank.

12:00 Uhr: Ich mache einen ausgiebigen Spaziergang.

12:30 Uhr: Ich mache ein Nickerchen.

13:30 Uhr: Ich beschließe, einen Film zu sehen.

14:15 Uhr: Der Film langweilt mich. Ich gehe raus, spazieren.

14:45 Uhr: Endlich kommt meine Frau.

Bam. Abendessen. Die Zeit verging viel zu schnell. Sie muss wieder los. Ich erzählte ihr ein paar Geschichten, was ich hier so erlebe – und was ich beschlossen habe. Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken und hab einige Dinge verstanden, was ich in den letzten Jahren falsch gemacht habe. Ich finde mich langsam wieder. Ich weiß, was ich will. Ich weiß, wie ich es erreichen werde.

Am Montag werde ich um meine Entlassung am Wochenende bitten. Die Psychiatrie kann mir nicht helfen. Das kann nur ich selbst. Das weiß ich jetzt.

Meine Stimmung ist gut. Sehr gut sogar. Ich habe wieder einen Plan. Der Besuch meiner Astrid hat mir wieder Kraft gegeben und mir vor allem gezeigt, was ich will. Sie. Für immer.

Sonntag: GUTEN MORGEN!, Körperpflege, Frühstücken, Sport, Buch lesen, Nickerchen, Mittag essen, Buch lesen, Nickerchen, einen sehr schönen Nachmittag mit meiner Astrid und Max verbringen, spazieren, Abendessen, Film schauen, Buch lesen, schlafen. Spannend oder?

Psychiatrie: Tag 3

Ein freundliches, sehr lautes „GUTEN MORGEN!“ weckte mich. Dann das morgendliche Ritual: Duschen, Zähne putzen, Gesicht waschen, Kaffee und den Frühsport, die Treppe runter zur Raucherinsel. Dann frühstücken.

Endlich habe ich meine erste Therapie. Es ist eine einfache Ergotherapie und dauert 50 Minuten. Eigentlich sollte man Bastelzirkel dazu sagen, denn hier werden Bilder gemalt, Körbe geflochten und mit Ton gearbeitet. Am ersten Tag habe ich mich noch nicht entschieden, was ich machen will. Ich glaube aber, dass ich irgendwas mit Ton machen will. Die Therapeutin gab mir in der Zwischenzeit ein Mathe-Dreieck-Puzzle, was ich innerhalb von fünf Minuten gelöst habe. Die restlichen 45 Minuten starrte ich die Therapeutin an.

Nach der Ergo kam gleich die Visite und wir haben uns über den Therapieplan unterhalten. Ich werde hauptsächlich in Bewegungs- und Entspannungstherapien gehen. Die Ärzte machten mir noch mal deutlich, dass ich nicht hier bin, um irgendwelche komplexen Aufgaben zu lösen (ich beschwerte mich über die Langeweile). Ich bin hier um abzuschalten und runterzufahren. Nun gut. Also las ich erst mal bis zum Mittag (und machte dabei ein Nickerchen).

Heute gab es widerliche Nudeln. Ich habe noch nie in meinem Leben so widerliche Nudeln gegessen. Grausam. Ich war kurz davor, eine Zwiebel zu schneiden, um damit die Nudeln in einer Pfanne zu braten. Die Faulheit siegte aber. Also aß ich nur den Joghurt und den Möhrensalat.

Tja, mein Tagesablauf wird sich wohl mit dem heutigen Tage wiederholen werden. Ich ging auf die Couch, las und nickte dabei ein. Um 13:30 ging ich dann zur Musiktherapie. Ich war zwar nicht eingetragen, aber irgendwas wollte ich tun. Wir sollten eine Ocean Drum „spielen“. Nach der Sitzung hielt ich die Therapeutin von ihrer Schreibarbeit ab und wir haben uns über Musik unterhalten. Sie stellte fest, dass die Musiktherapie nichts für mich ist. Dafür gab sie eine Anordnung an die Schwestern, mir eine Gitarre zu organisieren *krchkrch*

Lesen. Musizieren. Nickerchen machen. Wahrscheinlich sind das die drei Dinge, die ich die nächsten Tage und Wochen hier machen werde. Meine Stimmung ist so lala. Ich vermisse eine Umarmung und den Satz „Alles wird gut.“

Endlich öffnete die Bibliothek. Ich ging hin und nahm prompt fünf Filme mit. Hoffentlich werden die das Wochenende ausreichen. Wenn nicht, ich habe noch zwei Bücher. Eine halbe Stunde Internet war auch drin. Für mehr als ein kurzes „Hallo Welt, ich lebe noch“ hat es aber nicht gereicht.

Als ich raus ging, hörte ich ein wunderbares Klavierspiel. Ich lerne R. kennen. Er sitzt an einem Flügel aus dem 19. Jhd. und spielt Stücke von Mozart, Thiersen und andere. Wundervoll. R. hat auch Depressionen. Wir verabreden uns für Montag, dann kann ich ihm wieder zuhören.

Morgen kommt endlich meine Frau.