Psychiatrie: Tag 666

Am Donnerstag, dem 04. Dezember ist es genau 666 Tage her, dass ich meine psychischen Probleme in den Griff bekommen wollte. Der Start war mehr als nur holprig und auch in der ganzen Zeit ging es eher bergab als bergauf. Es kamen Panikattacken, Phobien und krasse depressive Phasen dazu. Seit meinem letzten Eintrag vor 205 Tagen ist eine Menge passiert und mittlerweile kann ich erste wirkliche Erfolge vermelden.

Die Suche nach der Psychologin

Die Suche nach einer professionellen und guten Hilfe war sehr schwer. Trotz der Hilfe meiner Versicherung musste ich viele Hürden nehmen. Die Hilfe bestand darin mich erstmal aufzufangen und mit mir einen kleinen Plan zu machen. Grundsätzlich ging es um die Fragen: Was muss ich als Kassenpatient beachten? Wie bekomme ich eine Kostenerstattung für private Praxen? Was kann und soll ich im Notfall, wenn also eine Panik kommt, machen?

Als erstes habe ich eine Liste von ‚zugelassenen‘ Ärzt*Innen bekommen, welche ohne Umwege über die Kostenerstattung der Krankenkasse agieren dürfen. Diese Liste sollte ich abtelefonieren und notieren, wie viel Wartezeit ich jeweils in Kauf nehmen müsste. Das war schon sehr hart, weil ich ja auch tierischen Schiss vorm Telefonieren entwickelt habe. Und dann muss man am Telefon noch irgendwie seine Probleme in Worte fassen. Das war unglaublich schwer – vor allem aber auch demotivierend, da die ersten Absagen recht schnell gekommen sind. Die Wartezeiten waren auch nicht besser. Ich hatte jetzt Panik. Ich brauchte jetzt Hilfe – nicht erst in drei bis sechs Monaten.

Irre.

Als ich beim nächsten Termin dann meine Liste vorgelegt habe, war für die Notfallpsychologin der Fall klar, dass ich eine Kostenerstattung für die privaten Praxen bekomme. Da habe ich dann eine neue Liste bekommen und sollte weiter abtelefonieren. Das war auch anstrengend, weil es selbst für das Wort „Kostenerstattungsverfahren“ einige Absagen bekommen habe. Letztendlich bin ich dann an eine Psychologin gekommen, die für mich vielversprechend klang. Wir reden hier übrigens von einer Zeitspanne von ca. anderthalb Monaten.

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Sozialismus – Einleitung

Ich bezeichne mich selbst als Sozialisten ohne dabei aber zu erklären, was ich eigentlich meine. Zum Sozialismus gibt es über 150 Definitionen. Auch für mich ist nicht zu 100% klar, wie genau  Sozialismus definiert ist. Aber genau darin liegt die eigentliche Stärke des Begriffes. Dieser Artikel soll meine Gedanken zum Sozialismus erklären.

Was ist eigentlich Sozialismus?

Der Sozialismus ist grundsätzlich eine Gesellschaftsform, aufgebaut auf den Werten gemeinnützig, hilfsbereit und barmherzig. Er ist kein politisches Konstrukt und kann daher in jeder möglichen Staatsform existieren – auch in einer Demokratie.

Hinweis: Die DDR war kein sozialistischer Staat. Machteliten steuerten das Kapital und bereicherten sich selbst. Im Grunde war es ein perfider Kapitalismus für wenige ausgewählte Eliten – aber kein Sozialismus.

Einer der Grundwerte für den Sozialismus ist folgender: Eigentum verpflichtet. Die Menschen, die viel haben sollen viel geben, um denen zu helfen die nicht privilegiert sind. Das heisst aber nicht, dass Individualität oder das Eigentum an sich abgeschafft werden soll. Es heisst, dass Verantwortung übernommen wird und das gegeben wird, was gegeben werden kann. Es ist vollkommen okay neuste Technik zu besitzen, es ist auch völlig okay ein Auto zu besitzen oder in einer Wohnung zu wohnen, in welcher man sich wohl fühlt.

Wozu brauche ich 40.000 € im Monat? Wozu brauch ich drei Porsche in meiner Garage? Warum muss ich in einem 600qm Haus zu zweit leben? Wieso brauch ich diese Anlage für den privaten Gebrauch, die 20.000 Euro kostet? Damit Sozialismus funktioniert muss diese Denke aufgebrochen werden: Wir müssen genügsamer werden und nicht immer maßlos übertreiben. Klar wäre es total cool so einen Fuhrpark zu besitzen, aber seien wir ehrlich: Benötigen wir wirklich materielle Dinge, um glücklich zu sein?

Wir sind glücklich, wenn wir mit unseren Lebensumständen zufrieden sind. Diese Umstände können einfach in zwei Bereiche aufgeteilt werden:

  • Privat: Alle Dinge, die mich persönlich betreffen. (Arbeit, Individualität, Familie, materielle Werte, …)
  • Gesellschaftlich: Alle Dinge, die mein Umfeld beeinflussen (Arbeitnehmerrechte, Mindestlohn Nahverkehr, Asylrecht, …)

Dabei hängen große Teile der privaten Zufriedenheit mit der gesellschaftlichen Zufriedenheit zusammen. Gibt es Repressionen im eigenen Umfeld schlägt sich das auf unser Gemüt nieder. Sehen wir Leid und Armut in unserem Umfeld, dann wollen wir dieses Leid beenden und helfen – zumindest denken die meisten Menschen so (hoffentlich).

Eine Gesellschaftsform im Sozialismus hat genau diese Aufgabe: Leid und Armut bekämpfen, Schwache aufnehmen und versorgen, Ungerechtigkeiten auflösen und ein Vorbild für andere Menschen sein. Setzen wir dieses Kredo als individuelle Gedanken und persönlichen Wunsch voraus.

Die Frage ist: Wie sieht das ganze dann eigentlich aus? Es gibt sehr viele Themenbereiche, welche politisch so beeinflusst werden können, dass sie den sozialistischen Werten entsprechen (willkürliche Reihenfolge, alle Themen sind gleich wichtig):

  • Arbeits- und Sozialpolitik
  • Asylrecht
  • Feminismus und Gleichberechtigung
  • Familienrecht
  • Gesundheitspolitik
  • Steuerrecht
  • Finanzregulierung
  • Ökologie und Energie
  • Öffentlicher Personenverkehr

Grundlage für diese zukünftigen Betrachtungen ist das Stichwort Gerechtigkeit – nicht Gleichberechtigung, sondern Gerechtigkeit. Folgende Grafik veranschaulicht den Gedanken perfekt:

Wenn ihr schon beleidigt, dann bitte richtig.

Beleidigungen finde ich grundsätzlich okay. Was mir ja tierisch auf den Sack geht sind Beleidigungen, die einfach scheiße sind. In irgendwelchen Kommentarspalten liest man immer wieder „Du Opfer!“, „Du bist so behindert!“ oder auch „Du Homo!“. Das geht gar nicht. Zum einen wäre es wesentlich sinnvoller das Benehmen von jemanden zu bewerten:

  • Deine Verhaltensweise ist widerlich.
  • Was du sagst, erinnert mich an Diarrhoe.
  • Deine Bild widert mich an.

Sowas finde ich vollkommen okay. Und wenn ihr schon irgendwie Beleidigen wollt, dann nehmt doch Begriffe, die nicht irgendeine Minderheit oder Ethnie zu Grunde liegen:

  • Flitzpiepe
  • Lump
  • Halunke
  • Gauner
  • Spitzbube
  • Betrüger (nur bei nachgewiesenem betrügerischen Verhalten)
  • Lausbube
  • Missetäter

Wenn ihr mehr habt, rinn in die Kommentare.

FEZ

Ich hab ja beim letzten Steam Summer Sale doch ein paar Spiele kaufen können und FEZ ist eines davon. Ich hab das kurz mal bei einem Let’s Play gesehen, habe es aber bald abgebrochen, weil ich selbst in die Welt von FEZ eintauchen wollte. FEZ ist im Grunde ein Puzzle-Platformer mit sehr vielen Rätseln. Das ganze ist eigentlich in 2D gehalten – eigentlich, weil man die Welt drehen kann und sich so neue Perspektiven erschlossen haben. Die Aufgabe besteht darin einen zersplitterten goldenen Kubus zusammen zu setzen. Dazu gibt es viele kleine und große Geheimnisse und Rätsel, die es teilweise echt in sich haben.

Die Grafik dabei ist liebevoll gestaltet. Es gibt viele verschiedene Areale mit teilweise sehr schwierigen Jump’n’Run-Passagen.

Dinge, die mich fertig machen

Dinge, die mich fertig machen:

  • Ich kann seit Wochen nicht mehr in einem richtigen Bett schlafen.
  • Ich kann seit Monaten nicht mehr richtig einschlafen.
  • Ich muss Medikamente nehmen, damit ich „normal“ bin.
  • Ich merke, wie die Medikamente mich stumpf machen.
  • Ich bin so müde. So unfassbar müde.
  • Menschen, die andere Menschen wegen irgendeiner Eigenschaft hassen.
  • Wenn ich berechtigte Kritik anbringe und mir mit einem Youtube-Link zur Snikerswerbung geantwortet wird – ich Diva.
  • Ich stehe seit Wochen unter massiver Anspannung, selbst jetzt, im Urlaub muss ich ständig an Arbeit denken.
  • Ich habe Angst vor so vielen Dingen.
    • Bett.
    • diverse Krankheiten (Herzinfarkt, Lungenembolie, Tumore, Schlafapnoe, Herzrhythmusstörungen …).
    • Sterben.
    • Dem Ende.
    • Rausgehen.
    • Arbeiten.
    • Andere Menschen, die nicht meine Frau oder meine Mutter sind.
    • Dass ich ein Weichei bin, weil ich so sinnlose Ängste vor Kleinigkeiten habe.
    • Es mir peinlich ist zu weinen, weil ich stark sein müsste.
    • Schwäche zu zeigen.
    • Andere Menschen zu enttäuschen.
    • Dass ich im Supermarkt nicht sofort das richtige Produkt finde.
    • Dinge zu vergessen.
    • Rechtschreibfehler.
    • Dinge zu verpassen, weil ich zu viel arbeite.
    • Mich selbst zu vergessen.
    • Styropor.
    • Mir selbst.
    • Stimmungsschwankungen.
    • Nicht ernstgenommen zu werden.
    • Meine eigenen Ziele nicht zu erreichen.
    • Einschlafen.
    • Zu wenig aus meinen Talenten rauszuholen.
    • Linksfahrer auf der Autobahn.
    • Nazis. Antifems. Maskulinisten. Macker. Deutsche.
    • Auf Metal zu beissen.
    • Zahnärzten.
    • Männern.
    • Gewalt.
    • Zahnseide.
    • Die Kontrolle zu verlieren.
    • Flugzeuge und das Fliegen an sich.
    • Sich rechtfertigen müssen.
    • Vor einer Menschenmenge zu sprechen.
    • Nicht mehr aus den Depressionen rauszukommen.
    • Dass mein Antrag auf Psychotherapie abgelehnt wird.
    • Dass ich mein Lebenlang mit den psychischen Störungen leben muss.
    • Rauchern.
    • Vergessen zu werden.
    • Arzt und Klinikserien.

Stimmpate

Ich habe blöderweise immer viel zu viele Ideen und viel zu wenig Zeit diese in irgendeiner sinnvollen Art umzusetzen. Die folgende Idee gehört dazu. Ich poste sie hier, in der Hoffnung, dass sie irgendwer aufgreift und umsetzt. Trotz bester Vorraussetzungen habe ich leider weder die Zeit, noch das Durchhaltevermögen.

Das gemeinnützige Projekt nennt sich in meinem Kopf Stimmpate. Das Prinzip ist eigentlich einfach. Auf einer Online-Plattform suchen Leute, die in Deutschland wohnen und wegen der repressiven Wahlrechtspolitik nicht wählen dürfen eine Nichtwählerin, die für sie wählt. Es gibt viele valide Gründe für eine Nichtteilnahme an einer Wahl – viele von uns können sich aber dafür entscheiden. Andere dürfen nicht und das finde ich extrem unfair.

Wie läuft das also ab? Nichtwählerinnen melden sich an, dass sie ihre Stimme an Nichtwahldürferinnen verschenken wollen. Dabei können die Nichtwählerinnen aber Parteien ausschließen (ich würde zum Beispiel nie mein Kreuz bei Nazis, wie der NPD oder AfD machen), denn wir Nichtwählerinnen sind keineswegs apolitisch. Viele von uns können nur mit den aktuellen Parteien nichts anfangen. Dabei wissen wir aber genau, was wir nicht wollen (Nazis zum Beispiel).

Das Ganze basiert natürlich auf Freiwilligkeit und irgendwie muss man da auch Hinweise bringen, dass es trotzdem eine freie Wahl ist und niemanden zwingen kann, irgendwas zu wählen. Genau so wird ja dadurch auch teilweise das Wahlgeheimnis aufgehoben, wo es aber sicherlich Möglichkeiten gibt, das ganze halbwegs gut abzusichern. Wichtig ist, es muss easy sein – Bumm, Zack, Return. Keine Token-Verschlüsselungs-Nerd-Pride-Krams, sondern so einfach, dass alle das System verstehen.

Theoretisch müsste ’nur‘ eine Webseite aufgesetzt werden, ein Trägerverein gefunden werden, der die Finanzen übernimmt und Helferinnen, die das Marketing für das Projekt betreiben. Wenn sich da ein Team findet, kann ich auch gerne Input geben. Ich bin aber leider zu sehr mit einem anderen Projekt beschäftigt, dass ich das unmöglich schaffen könnte. Und sogar das macht mir ein schlechtes Gewissen …